Grizzly Research hat Partners Group Ende April mit schweren Vorwürfen überzogen — darunter ein Vergleich mit dem insolventen Wirecard. Der Schweizer Asset Manager schlägt nun zurück, rechtlich und strategisch.
Klage und neue Investitionsregeln
Verwaltungsratspräsident Steffen Meister bestätigte gegenüber der „NZZ am Sonntag“, dass Partners Group juristische Schritte gegen Grizzly Research eingeleitet hat. Die Anschuldigungen bezeichnete das Unternehmen als „verleumderisch und irreführend“.
Parallel dazu zieht Partners Group operative Konsequenzen. Künftig will das Unternehmen zurückhaltender in „sozial exponierte Bereiche“ investieren. Auslöser war offenbar auch die öffentliche Debatte über Arbeitsbedingungen bei einem US-Lebensmittelhersteller im Portfolio — ein Reputationsrisiko, das die Grizzly-Vorwürfe zusätzlich befeuerte.
Starkes Portfolio, schwacher Kurs
Partners Group kontrolliert aktuell mehr als 150 Unternehmen und hat seit Gründung über 260 Milliarden USD investiert. Das Management räumt ein, dass in normalen Marktphasen bei rund fünf bis zehn Prozent der Beteiligungen mit operativen Schwierigkeiten zu rechnen ist — ein offener Umgang mit den eigenen Risiken.
An der Börse spiegelt sich das Grizzly-Debakel im Jahresverlauf wider. Die Aktie notiert aktuell bei rund 951 Euro, gut 13 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und fast 22 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs vom August 2025. Vom Jahrestief im März hat sich der Kurs allerdings bereits um rund neun Prozent erholt.
Dividende und Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Gewinn von 48,51 CHF je Aktie. Die Dividende für 2025 — 46,00 CHF je Aktie — wurde auf der Hauptversammlung bereits genehmigt und soll am 27. Mai 2026 ausgezahlt werden. Für 2026 wird eine leicht höhere Ausschüttung von 48,66 CHF erwartet.
Den nächsten konkreten Stresstest liefert der 1. September 2026: Dann legt Partners Group den Halbjahresbericht vor. Anleger werden darin sehen, ob die neuen Investitionsrichtlinien bereits Wirkung zeigen — und ob das Portfolio die Grizzly-Vorwürfe fundamental entkräftet.
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