Partners Group Aktie: 722,60 Euro Jahrestief erreicht

Hohe Mittelabflüsse bei Privatkunden und widersprüchliche Gerüchte um die Gründer belasten den Aktienkurs von Partners Group massiv.

Auf einen Blick:
  • Aktie markiert neues Jahrestief
  • Rücknahme-Stopp im Vorzeigefonds
  • Gerüchte um Gründer-Family-Office
  • Management hält an Jahresprognose fest

Starke Abflüsse bei Privatkunden und wilde Gerüchte um die Gründer. Bei Partners Group kommt aktuell alles zusammen. Die Aktie markierte heute bei 722,60 Euro ein neues Jahrestief. Seit Januar verlor das Papier 33,59 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator steht bei 25 und signalisiert einen stark überverkauften Zustand.

Rücknahme-Stopp im Vorzeigefonds

Der eigentliche Auslöser für den Kursrutsch liegt im operativen Geschäft. Der Private-Equity-Evergreen-Fonds verzeichnete im zweiten Quartal ungewöhnlich hohe Mittelabflüsse. Investoren forderten 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts zurück. Das Management zog die Notbremse. Partners Group deckelte die Auszahlungen des 8,6 Milliarden Dollar schweren Vehikels auf fünf Prozent pro Quartal.

Der Abflussdruck stammt primär von privaten Anlegern. Diese Gruppe stellt etwa ein Fünftel der verwalteten Vermögen. Das institutionelle Geschäft läuft parallel dazu deutlich stabiler. Ein neues Immobilien-Programm sammelte beim Start direkt 650 Millionen Dollar ein. Das Zielvolumen liegt bei 1,5 Milliarden Dollar.

Verwirrung um das Family Office

Für zusätzliche Nervosität sorgte ein Medienbericht über das Family Office der Gründer. Laut Bloomberg plant Mitgründer Urs Wietlisbach die Ausgliederung einer eigenen Einheit. Das Fachmedium WealthBriefing widersprach dieser Darstellung kurz darauf vehement. Das gemeinsame Family Office PG3 werde nicht aufgespalten.

Die Einstellung des neuen Managers Jascha Forster erweitert laut WealthBriefing lediglich das Servicemodell. Die Struktur der Multi-Strategie-Plattform bleibt intakt. Ein geplantes Aktionärsabkommen regelt laut Insidern nur die künftige Nachfolge. Einen Bruch zwischen den Gründern gibt es nicht.

Prognose steht

Trotz der Turbulenzen hält das Management an der Jahresprognose fest. Die Analysten bewerten die Lage unterschiedlich. Die Zürcher Kantonalbank hält den Kursrutsch für übertrieben. Die betroffenen Rücknahmen machen weniger als ein Prozent der gesamten verwalteten Vermögen aus.

Jefferies senkte das Kursziel drastisch auf 760 Schweizer Franken und rät zum Halten. Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group das nächste Update zu den verwalteten Vermögen. Der vollständige Halbjahresbericht folgt am 1. September.

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