Der Druck auf Partners Group war zuletzt kaum zu übersehen. Nachdem das Unternehmen Rücknahmen aus einem offenen Private-Equity-Fonds deckeln musste, steht das Liquiditätsmanagement von Private-Markets-Vehikeln unter scharfer Beobachtung. Nun zieht der Konzern Konsequenzen.
Zu viele Rücknahmen, zu wenig Spielraum
Das Problem lässt sich präzise benennen. Im zweiten Quartal 2026 beantragten Anleger beim „Global Value SICAV“ Rücknahmen in Höhe von rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Der Fonds verwaltet 8,6 Milliarden US-Dollar. Die obligatorische Fünf-Prozent-Grenze war damit deutlich überschritten — Rücknahmen mussten begrenzt werden.
Verwaltungsratspräsident Steffen Meister reagierte am 26. Juni mit einer klaren Botschaft: keine grundlegende Strategieänderung, aber künftig möglicherweise kleinere Evergreen-Fonds. Kleinere Fondsgrößen sollen die Struktur besser an schwankende Investorenströme anpassen. Weitere Einschränkungen oder ein Einfrieren von Fonds plant das Unternehmen ausdrücklich nicht.
Management kauft, Kurs bleibt schwach
Das Top-Management setzt ein sichtbares Signal. Seit dem 3. Juni hat es Aktien im Wert von über 60 Millionen CHF erworben. Das soll Vertrauen in die Substanz des Geschäfts demonstrieren — nach einer Phase erhöhter Volatilität.
An der Börse zeigt das bislang wenig Wirkung. Die Aktie notiert rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro und liegt nur knapp über dem jüngsten Tief von 686,80 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 34 Prozent.
Ziele bleiben, Wachstum verlangsamt sich
Das Investmentgeschäft läuft weiter. Zuletzt beteiligte sich Partners Group mit rund 220 Millionen US-Dollar an einem Luxuswohnprojekt in Miami.
Für 2026 bestätigt das Management eine erwartete Bruttokundennachfrage zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar. Allerdings rechnet das Unternehmen damit, dass die Evergreen-Plattform das Netto-AuM-Wachstum im zweiten Halbjahr 2026 um 1 bis 2 Prozent bremst — mit einem ähnlichen Effekt für 2027. Das langfristige Ziel, das verwaltete Vermögen bis 2033 auf 450 Milliarden US-Dollar zu steigern, hält der Konzern aufrecht. Ob die strukturellen Anpassungen bei den Evergreen-Fonds dafür ausreichen, wird sich spätestens beim nächsten Rücknahmezyklus zeigen.
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