Partners Group hat am 1. September Zahlen vorgelegt, die den Abwärtstrend der vergangenen Monate untermauern. Die Erträge im ersten Halbjahr 2026 sanken um 7 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken, während die Performance Fees um 39 Prozent auf 216 Millionen Franken einbrachen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 502 Millionen Franken übrig, 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Das EBITDA fiel um 9 Prozent auf 706 Millionen Franken, die Marge lag noch bei 63 Prozent. Für das laufende Jahr senkte das Unternehmen den erwarteten Performance-Fee-Anteil auf 20 bis 25 Prozent, nachdem zuvor eine Spanne von 25 bis 40 Prozent in Aussicht gestellt worden war.
Die Kapitalzusagen für 2026 bestätigte Partners Group dagegen unverändert mit 26 bis 32 Milliarden Dollar. Die verwalteten Vermögen wuchsen bis Ende Juni nur leicht auf 186 Milliarden Dollar, nach 185 Milliarden Dollar zum Jahresende 2025 – ein Zeichen dafür, dass frisches Kapital kaum noch für Schwung sorgt.
Refinanzierungswand bei Portfoliofirmen belastet
Parallel zu den Halbjahreszahlen rückte Ende August ein anderes Problem in den Fokus: Bei mehreren Portfoliogesellschaften von Partners Group stehen in den Jahren 2027 und 2028 Schulden von rund 6 Milliarden Euro zur Refinanzierung an, betroffen sind unter anderem Emeria SASU, Ammega Group und Breitling.
Bei einer dieser Beteiligungen prüft Partners Group offenbar eine Kapitalspritze von 200 Millionen Euro, während Gläubiger deutlich mehr fordern – zwischen 500 und 600 Millionen Euro. Diese Lücke zeigt, wie groß der Verhandlungsspielraum zwischen Eigentümer und Fremdkapitalgebern noch ist und wie viel von den kommenden Monaten abhängt.
Diese Belastung erklärt zumindest teilweise, warum der CEO-Wechsel an der Spitze – David Layton wechselt zum Jahreswechsel in die Rolle des Chief Investment Officer, Roberto Cagnati und Juri Jenkner übernehmen als Co-CEOs – allein nicht ausreichte, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen.
Der jüngste Kursanstieg um 1,8 Prozent auf 727,80 Euro wirkt vor diesem Hintergrund eher wie eine technische Gegenbewegung nach starken Verlusten als wie ein Stimmungsumschwung.
Zukäufe trotz angespannter Bilanzlage
Bemerkenswert ist, dass Partners Group das Deal-Tempo trotz der operativen Schwäche nicht drosselt. Anfang August vereinbarte das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren, mit einer geplanten Investition von mehr als einer Milliarde Dollar aus Eigen- und Fremdkapital.
Zeitgleich trat Partners Group in exklusive Verhandlungen mit Eurazeo über die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Aroma-Zone, geschätzter Unternehmenswert rund 2 Milliarden Euro, wobei Eurazeo eine Minderheitsbeteiligung behalten würde.
Diese Offensive bei Neuinvestitionen steht in einem gewissen Kontrast zur zurückhaltenden Guidance und den Refinanzierungssorgen im Bestandsportfolio. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Papier zwischen zwei Kräften: einem Management, das operativ auf Wachstum durch neue Deals setzt, und einer Bilanzsituation bei bestehenden Beteiligungen, die noch ungelöst ist.
Der Kurs notiert mit 727,80 Euro rund 39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.187,50 Euro vom Januar, aber nur 6,0 Prozent über dem erst im Juni markierten Jahrestief von 686,80 Euro – ein Niveau, das die Unsicherheit über den weiteren Weg widerspiegelt.
Insiderkäufe von Führungskräften im Juni, darunter ein Erwerb von 15.000 Titeln zu je 1.000 Franken durch ein exekutives Verwaltungsratsmitglied, deuten auf Vertrauen in die längerfristige Substanz hin. Ob dieses Vertrauen gerechtfertigt ist, dürfte sich maßgeblich daran entscheiden, wie Partners Group die Refinanzierungswand bei seinen Portfoliogesellschaften in den kommenden Monaten bewältigt.
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