Partners Group hat einen Sekundärmarktfonds für Infrastrukturbeteiligungen mit einem Volumen von 5,5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Der Schweizer Vermögensverwalter reiht sich damit in eine Serie großvolumiger Transaktionen ein, die aktuell den Markt für alternative Anlagen prägen.
Branche zeigt ungebrochenen Kapitalhunger
Der Abschluss fällt in eine Phase, in der institutionelles Kapital in großem Stil in Sachwerte und Infrastruktur fließt. Wie groß die Summen in diesem Segment mittlerweile sind, zeigt ein Deal aus Kuwait: Die Kuwait Petroleum Corporation hat mit Blackstone, KKR und Brookfield einen Sale-and-Lease-Back-Vertrag über 16 Milliarden US-Dollar für ihr Rohöl-Pipelinenetz unterzeichnet – laut Reuters die größte ausländische Direktinvestition in der Geschichte des Landes. Auch im Fundraising-Geschäft bleibt die Nachfrage hoch: Francisco Partners sammelte zuletzt insgesamt 21 Milliarden US-Dollar über zwei neue Technologiefonds ein, deutlich über den ursprünglichen Zielmarken. Der Sekundärmarkt-Fonds von Partners Group fügt sich in dieses Bild eines Sektors ein, in dem Kapitalgeber trotz volatiler öffentlicher Märkte weiterhin substanzielle Summen für langfristige Sachwertanlagen bereitstellen.
Für Partners Group selbst ist der Schritt Teil der laufenden Strategie, das Infrastrukturgeschäft über Sekundärtransaktionen auszubauen. Solche Fondsschließungen zählen zum Kerngeschäft des Unternehmens im Bereich Private Markets und tragen zu den verwalteten Vermögenswerten bei, aus denen sich langfristig Management- und Performance-Gebühren speisen.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse hat die operative Aktivität die Kursentwicklung bislang nicht gedreht. Die Partners-Group-Aktie schloss am Freitag bei 725,80 Euro und notiert damit seit Jahresbeginn 31,59 Prozent im Minus. Der Kurs bewegt sich nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief, was die angespannte Stimmung rund um den Titel unterstreicht.
Die Diskrepanz zwischen operativer Nachrichtenlage und Kursverlauf ist für Anleger bemerkenswert: Während Partners Group weiterhin milliardenschwere Transaktionen im Sekundärmarkt für Infrastrukturbeteiligungen abschließt, bleibt der Aktienkurs von einem breiteren Abverkauf bei Vermögensverwaltern und Private-Markets-Anbietern gezeichnet. Ob die fortgesetzte Aktivität im Fondsgeschäft mittelfristig auch die Bewertung stützt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen, wenn sich das gesammelte Kapital in Gebühreneinnahmen niederschlägt.
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