Partners Group Aktie: 35 Prozent Jahresverlust durch Gating

Der Vermögensverwalter begrenzt Auszahlungen aus Private-Credit-Fonds. Der Aktienkurs fällt auf ein neues Jahrestief und verliert seit Januar rund 35 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Rücknahmestopp für Private-Credit-Fonds
  • Branchenriesen aktivieren Schutzmechanismen
  • Aktie erreicht neues 52-Wochen-Tief
  • Kursverlust von 35 Prozent seit Jahresstart

Investoren wollen ihr Geld zurück. Im Bereich der Privatkredite staut sich aktuell massiver Liquiditätsdruck auf. Die Partners Group muss nun aktiv eingreifen. Der Schweizer Vermögensverwalter limitiert die Rücknahmen aus seinen Private-Credit-Fonds.

Die Notbremse der Branche

Der Schritt trifft nicht nur die Schweizer. Auch Branchengrößen wie BlackRock, Apollo und Cliffwater aktivieren derzeit Schutzmechanismen. Dieses sogenannte „Gating“ friert Fondsauszahlungen teilweise ein. Der Auslöser ist ein starker Anstieg der Rückgaben im zweiten Quartal 2026.

Wie extrem die Lage ist, zeigt ein Blick auf Apollo. Dort forderten Anleger fast 17 Prozent des Nettoinventarwerts zurück. Der Fonds zahlte planmäßig jedoch nur fünf Prozent aus. Die Partners Group kämpft mit exakt diesem Problem. Investoren ziehen weltweit Kapital aus illiquiden Anlagen ab.

Aktie im freien Fall

Die angespannte Lage belastet den Börsenkurs enorm. Die Aktie der Partners Group notiert aktuell bei 709,40 Euro. Das Papier verlor seit Jahresbeginn rund 35 Prozent an Wert. Erst am gestrigen Dienstag markierte der Titel bei 703,00 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Die Folge: ein massiver technischer Abwärtstrend. Der Kurs liegt mittlerweile 30 Prozent unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 23,3 eine extrem überverkaufte Marktlage. Die hohe Schwankungsbreite spiegelt die pure Nervosität der Anleger wider.

Das Gating schützt die verbleibenden Anleger vor teuren Notverkäufen. Kurzfristig leidet jedoch das Vertrauen in das Geschäftsmodell. Der gesamte Sektor für alternative Anlagen steht unter enormem Druck. Solange die Zentralbanken ihre Zinsen hoch halten, bleiben die Refinanzierungskosten eine schwere Belastung für die Portfolios.

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