Partners Group hat sich zuletzt kaum von der Kursschwäche der vergangenen Wochen erholt. Am Mittwoch notierte die Aktie bei 725,00 Euro und damit 1,23 Prozent leichter als am Vortag. Seit Jahresbeginn hat das Papier 31,67 Prozent eingebüßt – ein Einbruch, der die Schweizer Private-Markets-Gesellschaft trotz operativer Rekordzahlen belastet.
Rekordzuflüsse, aber Sorgen um Evergreen-Fonds
Am 15. Juli 2026 meldete Partners Group für das erste Halbjahr Kapitalzusagen von 16 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Das gesamte verwaltete Vermögen kletterte zum 30. Juni 2026 auf 186 Milliarden US-Dollar, nach 174 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Das Management bestätigte zugleich die Jahresprognose 2026 für Brutto-Neugelder zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar.
Der Markt reagierte dennoch verschreckt. Grund waren Mittelabflüsse von 3,8 Milliarden US-Dollar aus den offenen Evergreen-Fonds sowie eine Warnung des Unternehmens, dass die Performance-Gebühren künftig unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes fallen könnten. Zusätzlich rechnet das Management damit, dass die Rücknahmeforderungen bei den Evergreen-Strukturen das AuM-Wachstum in den kommenden 18 Monaten um 1 bis 2 Prozentpunkte bremsen werden. Diese Aussicht dürfte auch erklären, warum die Aktie inzwischen 40,26 Prozent unter ihrem Zwölf-Monats-Hoch von 1.213,50 Euro vom 8. August 2025 notiert.
Shortseller-Vorwürfe und rechtliche Gegenwehr
Verschärft wurde die Nervosität durch den Shortseller Grizzly Research, der Partners Group eine Überbewertung der Evergreen-Fonds vorwarf. Das Unternehmen kündigte am 13. Juli 2026 an, rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe einzuleiten. Ob und wann konkrete Klagen folgen, ist bislang nicht bekannt.
Als Reaktion auf die Marktverunsicherung kauften Management- und Verwaltungsratsmitglieder seit Anfang Juni 2026 eigene Aktien im Gesamtwert von über 60 Millionen Franken – ein Signal, das die Führungsebene offenbar bewusst gegen die Kursschwäche setzen wollte.
Operative Fortschritte abseits der Evergreen-Debatte
Neben den Turbulenzen um die offenen Fondsstrukturen kann Partners Group auf handfeste operative Erfolge verweisen. Am 20. Juli 2026 schloss das Unternehmen sein viertes direktes Infrastrukturprogramm mit Kapitalzusagen von über 15 Milliarden US-Dollar ab – ein Volumen, das rund 50 Prozent über dem Vorgängerfonds liegt. Bereits am 17. Juli 2026 wurde bekannt, dass die 2024 lancierte Royalties-Strategie, zu der unter anderem Lizenzrechte an „South Park“ und Musikkataloge von The Weeknd zählen, ihr verwaltetes Vermögen im ersten Halbjahr um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar steigerte.
Auch im Infrastrukturbereich blieb Partners Group aktiv: Anfang Juli investierte die Gesellschaft im Namen von Kunden 260 Millionen britische Pfund in eine britische Leasingplattform für Schienenfahrzeuge.
Ausblick
Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 1. September 2026, wenn Partners Group den detaillierten Halbjahresbericht 2026 samt vollständigen Finanzergebnissen veröffentlicht. Bis dahin dürfte die Debatte um die Evergreen-Abflüsse und die Belastbarkeit der Gebührenstruktur die Kursentwicklung maßgeblich prägen – unabhängig von den unbestrittenen Fortschritten im Infrastruktur- und Royalties-Geschäft.
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