Partners Group kämpft um das Vertrauen der Anleger. In den vergangenen Wochen zogen Investoren massiv Kapital aus den Evergreen-Fonds ab. Nun wehrt sich der Schweizer Vermögensverwalter gegen Gerüchte über eingefrorene Gelder. Das Management stellt klar: Die Liquidität reicht aus.
Harter Schnitt bei Evergreen-Fonds
Auslöser der Nervosität waren ungewöhnlich hohe Rücknahmeanträge. Beim milliardenschweren Global Value SICAV-Fonds forderten Anleger im zweiten Quartal fast zehn Prozent des Nettoinventarwerts zurück. Die Folge: Das Management griff hart durch. Es deckelte die Auszahlungen vertragsgemäß auf fünf Prozent. Bei einem weiteren Fonds griff diese vertragliche Bremse ebenfalls.
Partners Group verweist als Reaktion auf die historische Stärke der Portfolios. Beide betroffenen Fonds haben seit Auflegung ihre Einsätze verfünffacht. Parallel dazu sammelt der Konzern frisches Geld ein. Für ein neues Immobilienprogramm flossen bereits erste Zusagen von über 650 Millionen US-Dollar. Das Zielvolumen liegt bei 1,5 Milliarden US-Dollar.
Das Management hält an seiner Jahresprognose fest. Der Vermögensverwalter erwartet 2026 eine Neukundennachfrage zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar. Diese Zuflüsse sollen die aktuellen Abgänge im zweiten Halbjahr vollständig ausgleichen.
Aktie im überverkauften Bereich
An der Börse hinterlässt die Unsicherheit tiefe Spuren. Die Aktie verlor in den letzten 30 Tagen rund 20 Prozent an Wert. Aktuell notiert das Papier bei 780,40 Euro.
Investoren preisen offenbar weiterhin strukturelle Risiken ein. Der starke Abverkauf drückte den Kurs weit unter die wichtigen gleitenden Durchschnitte. Marktbeobachter werten dies als Zeichen anhaltender Skepsis.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf knapp 29 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 32,7 signalisiert zwar eine kurzfristig überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität bleibt mit 53 Prozent jedoch extrem hoch.
Im Juli präsentiert Partners Group die detaillierten Halbjahreszahlen. Dieser Bericht liefert die nächsten relevanten Datenpunkte. Dann muss das Management beweisen, dass die frischen Mittelzuflüsse die Abgänge in der Praxis übersteigen. Harte Fakten sind der beste Weg, um die Nervosität am Markt abzubauen.
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