Während die Aktie von Partners Group unter Druck bleibt, treibt der Vermögensverwalter aus Baar sein Investmentgeschäft weiter voran. Anfang August verhandelte das Unternehmen exklusiv über eine Mehrheitsbeteiligung an der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone, die bislang dem Finanzinvestor Eurazeo gehört. Laut einem Bericht der Financial Times wird das Unternehmen mit rund 2 Milliarden Euro bewertet.
Parallel dazu hatte Partners Group bereits eine Vereinbarung zum Einstieg bei AVK Power Solutions getroffen, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren in Europa – mit einer geplanten Eigenkapitalinvestition von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Seit dieser vor über einem Monat bekannt gewordenen Transaktion hat die Aktie um 1,7 Prozent nachgegeben.
Die Übernahmen zeigen, dass das operative Geschäft trotz schwacher Zahlen weiterläuft. Sie ändern aber nichts an der grundsätzlichen Skepsis, mit der der Markt die Aktie derzeit behandelt.
Kursbild bleibt angeschlagen
Der Titel schloss am Dienstag bei 712,60 Euro, nach einem Tagesplus von 0,7 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 9,0 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf 33 Prozent. Damit notiert das Papier rund 40 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.187,50 Euro vom Januar, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von Ende Juni nur noch 3,8 Prozent beträgt.
Der Relative-Stärke-Index von 38 signalisiert, dass die Aktie technisch eher überverkauft als überkauft ist – ein Hinweis darauf, dass ein Großteil der schlechten Nachrichten bereits eingepreist sein könnte.
Neue Kapitalstruktur bei verbundenem Fonds
Für zusätzliche Unsicherheit im Umfeld von Partners Group sorgt derzeit eine Ankündigung des in London notierten Fonds Partners Group Private Equity Ltd., der von der Gesellschaft verwaltet wird, aber eine eigenständige, separat gelistete Einheit ist.
Der Fonds plant laut einer Mitteilung vom Dienstag eine Aktionärsabstimmung über die Einführung einer zweigeteilten Aktienstruktur mit einer sogenannten Realisierungskategorie.
Sollte die Nachfrage nach diesen Realization Shares 40 Prozent übersteigen, will der Vorstand des Fonds eine geordnete Auflösung des gesamten Portfolios anstreben. Die Entscheidung betrifft die Struktur des Fonds selbst, nicht die operative Geschäftstätigkeit der Muttergesellschaft Partners Group.
Übernahmen als Signal an Investoren
Die beiden aktuellen Zukäufe sollen offenbar zeigen, dass Partners Group trotz der zuletzt schwächeren Halbjahreszahlen und des vor gut einer Woche angekündigten Führungswechsels an der Spitze investitionsfähig und -willig bleibt.
Bei AVK Power Solutions setzt das Unternehmen auf den strukturellen Trend steigenden Strombedarfs durch Rechenzentren, ein Thema, das derzeit viele Investoren im Private-Equity-Segment beschäftigt. Bei Aroma-Zone würde Partners Group in ein Konsumgütergeschäft mit etablierter Marke einsteigen – eine Diversifizierung weg von reinen Infrastruktur- und Technologiewetten.
Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Auf der einen Seite stehen aktive Zukäufe und ein fortlaufendes Geschäftsmodell, auf der anderen ein Kurs, der weiterhin deutlich unter seinen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 100 und 200 Tage notiert.
Ob die jüngsten Transaktionen ausreichen, um das Vertrauen in die Wachstumsstory zurückzugewinnen, wird sich erst zeigen, wenn sich die Fundraising- und Ertragszahlen der kommenden Quartale stabilisieren.
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