Partners Group Aktie: 15 Milliarden für Infrastruktur

Partners Group meldet starke Nachfrage im US-Klimaanlagengeschäft und treibt parallel zwei Milliardenübernahmen sowie große Infrastrukturfonds voran.

Auf einen Blick:
  • US-Hitzewelle beflügelt HVAC-Portfolio
  • Milliardenschwere Übernahmen von AVK und Aroma-Zone
  • Kapitalaufnahmen über 20 Milliarden US-Dollar
  • Aktie erholt sich trotz Tagesverlust

Extreme Hitze in den USA treibt die Nachfrage nach Kühltechnik – und davon profitieren offenbar mehrere Portfoliounternehmen von Partners Group. Der Schweizer Vermögensverwalter teilte am heutigen Montag mit, dass seine Beteiligungen im US-HVAC-Geschäft, also im Bereich Heizung, Lüftung und Klimatechnik, ein starkes Wachstum verzeichnen. Als Grund nennt das Unternehmen die zunehmende Kühlnachfrage infolge extremer Wetterlagen.

Wachstumsschub im Klimatechnik-Segment

Die Meldung reiht sich in eine Serie von Nachrichten, mit denen Partners Group in den vergangenen Wochen sein operatives Portfolio in den Fokus gerückt hat. Bereits am 3. August hatte das Unternehmen berichtet, die Profitabilität von Foundation Risk Partners durch eine Kooperation im Bereich künstliche Intelligenz gesteigert zu haben.

Ende Juli veräußerte Partners Group zudem seinen Anteil an der polnischen Convenience-Store-Kette Žabka an den kanadischen Konzern Couche-Tard. Die jüngste HVAC-Nachricht fügt sich damit in ein Muster: Der Investor stellt derzeit gezielt operative Fortschritte einzelner Beteiligungen heraus.

Zwei Milliardendeals binnen einer Woche

Parallel dazu treibt Partners Group seine Expansion mit zwei größeren Übernahmen voran. Am Donnerstag vergangener Woche gab das Unternehmen bekannt, eine Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions zu übernehmen und damit sein Geschäft im Bereich Rechenzentren und Stromversorgung auszubauen.

Nach Angaben von Reuters setzt Partners Group dafür mehr als eine Milliarde US-Dollar Eigenkapital ein. Am selben Tag wurde bekannt, dass der Investor in exklusive Gespräche über den Kauf der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone eingetreten ist. Verkäufer wäre der bisherige Mehrheitseigner Eurazeo, Medienberichten zufolge wird der Deal mit rund zwei Milliarden Euro bewertet.

Die beiden Transaktionen zeigen, wie breit Partners Group derzeit investiert – von Stromversorgungsinfrastruktur für Rechenzentren bis hin zu Konsumgütermarken. Für Anleger ist das ein Signal, dass das Unternehmen trotz eines schwierigen Marktumfelds weiterhin Kapital in neue Beteiligungen steckt, statt sich auf die Verwaltung des Bestandsportfolios zu beschränken.

Volle Kassen für Infrastrukturprogramme

Untermauert wird dieser Expansionskurs durch zwei erfolgreich abgeschlossene Kapitalaufnahmen im Infrastrukturbereich. Bereits Ende Juli schloss Partners Group das Final Close seines Infrastruktur-Secondaries-Programms bei über 5,5 Milliarden US-Dollar ab.

Kurz davor, am 20. Juli, hatte das Unternehmen die Kapitalaufnahme für sein viertes Direct-Infrastructure-Programm bei über 15 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Beide Summen zeigen, dass Investoren dem Infrastrukturgeschäft von Partners Group trotz volatiler Märkte weiterhin frisches Kapital anvertrauen – Mittel, die nun unter anderem in Deals wie AVK Power Solutions fließen können.

Kursbild bleibt angespannt

An der Börse zeigt sich das Papier von Partners Group davon bislang nur bedingt beeindruckt. Die Aktie notiert aktuell bei 779,00 Euro und gibt am heutigen Handelstag um 1,22 Prozent nach.

Über die vergangenen sieben Handelstage hat sich der Kurs dagegen um 4,34 Prozent erholt – ein Hinweis darauf, dass die Deal-Nachrichten der vergangenen Woche zumindest kurzfristig positiv aufgenommen wurden. Vom Höchststand des vergangenen Jahres bleibt die Aktie jedoch weit entfernt.

Analysten hatten das Papier zuletzt kritisch beäugt: Bereits am 23. Juli hatte UBS ihr Kursziel auf 705 Franken gesenkt. Eine neuere Einschätzung liegt bislang nicht vor. Die aktuelle Nachrichtenlage – von der HVAC-Wachstumsmeldung über die AVK- und Aroma-Zone-Deals bis zu den millardenschweren Infrastrukturprogrammen – dürfte für die nächste Runde der Analystenbewertungen dennoch reichlich Diskussionsstoff liefern.

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