Partners Group startet ein neues Milliardenprogramm für Immobilien. Die Schweizer Private-Markets-Spezialisten wollen 1,5 Milliarden US-Dollar einsammeln. Der Vorstoß kommt zu einer brisanten Zeit. In anderen Fonds des Unternehmens wollen Anleger aktuell massiv Gelder abziehen.
Das fünfte Programm dieser Art soll Liquidität in einen schwierigen Markt bringen. Zum Start investiert das Vehikel in globale Immobilienfonds mit Fokus auf Wohnen, Industrie und Hotellerie. In der ersten Finanzierungsrunde sammelte Partners Group bereits über 650 Millionen US-Dollar ein. Das Zielvolumen liegt bei 1,5 Milliarden US-Dollar.
Die Strategie nutzt die aktuelle Schwäche des Sektors. Transaktionen dauern länger, Kredite werden fällig. Diese Bedingungen drücken die Preise für hochwertige Immobilien. Partners Group will diese günstige Neubewertung nun ausnutzen.
Stau bei den Rückzahlungen
Abseits des neuen Programms kämpft der Konzern mit unruhigen Anlegern. Beim luxemburgischen „Global Value SICAV“-Fonds wollten Investoren im zweiten Quartal 2026 rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts abziehen. Das sprengt die vertragliche Grenze von fünf Prozent. Die Folge: Partners Group musste die Auszahlungen begrenzen. Ein ähnliches Manöver war bei einem US-Fonds nötig.
Dieser Rücknahmestau schreckt den Markt auf. Jefferies senkte das Kursziel am Mittwoch drastisch von 1.130 auf 760 Schweizer Franken. Auch Oddo BHF strich die Kaufempfehlung und kappte das Ziel auf 920 Franken.
Dass Partners Group die Auszahlungen begrenzt, werten Analysten als Warnsignal. Solche Schutzmechanismen sind zwar vertraglich verankert. Sie kratzen aber am Vertrauen der Investoren. An der Börse hinterlässt das tiefe Spuren.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 756,20 Euro. Damit summiert sich der Verlust seit Jahresbeginn auf fast 31 Prozent. Der Kurs notiert nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 733,00 Euro.
Ein RSI-Wert von 25,4 signalisiert inzwischen eine stark überverkaufte Lage. Das unterstreicht den enormen Verkaufsdruck der vergangenen Wochen.
Ziele bleiben bestehen
Das Management gibt sich unbeeindruckt. Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 bleibt unangetastet. Partners Group rechnet weiterhin mit Brutto-Neugeldzuflüssen zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar.
Die Pipeline für institutionelle Mandate ist laut Vorstand gut gefüllt. Mit dem Start des neuen Immobilienprogramms liefert der Konzern nun einen konkreten Testlauf für diese ambitionierten Ziele.
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