Parsons Aktie: Baird sieht 20 Prozent Luft nach oben

Baird stuft Parsons auf 'Outperform' hoch und erhöht das Kursziel auf 57 Dollar. Analysten sehen Aufholpotenzial nach schwachem Halbjahr.

Auf einen Blick:
  • Baird erhöht Kursziel auf 57 Dollar
  • Neuer Regierungsauftrag über 350 Millionen
  • Drei Wachstumstreiber für zweites Halbjahr
  • Aktie springt nach Hochstufung um vier Prozent

Ein Analystenurteil kann viel bewegen, wenn der Kurs vorher tief gefallen ist. Bei Parsons reichte am Freitag eine einzige Hochstufung, um der Aktie einen Sprung von rund vier Prozent auf knapp 48 Dollar zu bescheren. Vorausgegangen war ein halbes Jahr, in dem das Papier etwa 29 Prozent verloren hatte.

Baird-Analyst Andrew Wittman hob seine Einstufung von „Neutral“ auf „Outperform“ und schraubte das Kursziel von 48 auf 57 Dollar. Seine Begründung: Die Stimmung rund um Parsons sei unangemessen schlecht, während die eigene Jahresprognose des Managements eher konservativ wirke. Der Markt habe das Aufholpotenzial im zweiten Halbjahr offenbar zu stark eingepreist gegen das Unternehmen.

Woher die Beschleunigung kommen soll

Wittman nennt drei konkrete Treiber für den erwarteten Schub in der zweiten Jahreshälfte: saisonale Minenprojekte in Kanada, die anlaufen, ein Volumen von 400 Millionen Dollar aus sogenannten Other Transaction Adjustments, das im ersten Halbjahr noch keinen Umsatzbeitrag lieferte, sowie ein JCHK-Programm mit einem Volumen von rund 40 Millionen Dollar, für das die Bauteile mit langer Lieferzeit bereits bestellt sind. Das organische Wachstum lag im ersten Halbjahr bei drei Prozent, für die zweite Jahreshälfte rechnet das Management nur mit etwa einem Prozent — konservativ genug, um Wittmans These vom niedrig gehängten Erwartungslatte zu stützen.

Hinzu kommt ein umstrittener Auftrag über 190 Millionen Dollar aus dem Bereich Command-and-Control, den das Management für aufhebungsfähig hält und der zumindest leicht zum Ergebnis beitragen soll. Im Bereich FAA sieht Wittman ein Auftragsvolumen von bis zu 800 Millionen Dollar als möglich — deutlich mehr, als im Dezember befürchtet wurde.

Neuer Großauftrag verstärkt das Signal

Parallel zur Hochstufung meldete Parsons einen frischen Regierungsauftrag: Das Naval Information Warfare Center Pacific wählte das Unternehmen für einen Rahmenvertrag mit einem Volumen von 350 Millionen Dollar aus, der die Entwicklung und Erprobung von Aufklärungssystemen für das Programm „Seabed to Space“ umfasst. Der Auftrag liefert Investoren einen zweiten, unabhängigen Grund, die Ertragskraft von Parsons neu zu bewerten — zusätzlich zur Analystenmeinung.

Nach InvestingPro-Daten gilt die Aktie mit einem fairen Wert von rund 61 Dollar als unterbewertet, auch wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit 31,5 nicht gerade günstig wirkt und mehrere Analysten ihre Gewinnschätzungen zuletzt nach unten korrigiert hatten. Das Bild bleibt gemischt: Jefferies stufte zuletzt trotz eines gesenkten Kursziels von 52 Dollar auf „Buy“ hoch, während Stifel mit einem Ziel von 79 Dollar deutlich optimistischer bleibt.

Mit dem 52-Wochen-Hoch von 89,50 Dollar liegt selbst Baciards neues Kursziel von 57 Dollar noch weit entfernt. Ob die im zweiten Halbjahr erwartete Beschleunigung tatsächlich eintritt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen — insbesondere daran, ob der umstrittene 190-Millionen-Dollar-Auftrag wie geplant durchkommt.

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