Der größte Deal in der Geschichte Hollywoods steckt vor Gericht fest. Eine Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten unter Führung von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta hat Klage eingereicht, um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance zu stoppen. Das Justizministerium hatte die Fusion erst im Juni durchgewunken — nun droht neuer Widerstand von anderer Seite.
Kartellvorwurf trifft auf Milliardendeal
Die Klage vor dem Bundesgericht im nördlichen Kalifornien wirft dem Zusammenschluss einen Verstoß gegen Section 7 des Clayton Act vor. Der Vorwurf: Zwei der fünf großen Hollywood-Filmverleiher und zwei der fünf größten Kabelkanal-Betreiber würden verschmelzen und dabei Kinos, Kabelanbieter und letztlich das Publikum schädigen. Die Generalstaatsanwälte rechnen vor, dass das fusionierte Unternehmen in den USA knapp ein Drittel des Marktes für Kino-Blockbuster und knapp ein Drittel des Basis-Kabelprogramms kontrollieren würde. Sollten sich Paramount und Warner Bros. nicht bereiterklären, den Deal bis zum Abschluss des Verfahrens auf Eis zu legen, drohen die Kläger mit einer einstweiligen Verfügung.
Paramount reagierte prompt und kämpferisch. Das Unternehmen bezeichnet die Klage als rechtlich und faktisch fehlerhaft und verweist darauf, dass Wettbewerbsbehörden in 24 Jurisdiktionen — darunter Australien, Kanada, Brasilien und China — grünes Licht gegeben oder Fristen verstreichen lassen haben. Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC etwa kam zu dem Schluss, dass Paramount und Warner Bros. keine besonders engen Konkurrenten seien. Nach Darstellung des Unternehmens würde eine Verzögerung vor allem Streaming-Riesen wie Netflix nützen und Jobs in der Filmbranche gefährden.
Anleihe-Umtausch läuft parallel weiter
Unabhängig vom juristischen Tauziehen treibt Paramount die Refinanzierung der Übernahme voran. Die laufenden Umtausch- und Kaufangebote für Anleihen von Warner-Bros.-Tochtergesellschaften wurden erneut verlängert, nun bis zum 22. Juli 2026. Bislang wurden rund 28,28 Prozent der betroffenen Kaufangebots-Anleihen und 47,09 Prozent der Umtauschangebots-Anleihen angedient — Werte, die das Unternehmen selbst nicht als aussagekräftig für das Endergebnis einstuft, da die Fristen an den Abschluss der Übernahme gekoppelt werden sollen.
Die Transaktion selbst bleibt mit einem Unternehmenswert von 110 Milliarden Dollar und einem Eigenkapitalwert von 81 Milliarden Dollar die größte Medienfusion aller Zeiten. Der Vollzug war ursprünglich für das dritte Quartal 2026 anvisiert — ob dieser Zeitplan angesichts der neuen Klage hält, entscheidet sich nun vor Gericht in Nordkalifornien.
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