Papa John’s-Aktie: Übernahme bekommt plötzlich Fleisch!

Ein Franchise-Nehmer und Irth Capital bieten 47 Dollar je Aktie. Der Vorstand prüft das Angebot noch, ein Abschluss ist unsicher.

Auf einen Blick:
  • Irth Capital und Franchisee Nadeem Bajwa wollen Papa John's gemeinsam übernehmen
  • Angebot von 47 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von 44 Prozent
  • Bajwa betreibt rund 300 Papa John's Standorte, etwa 10 Prozent aller US-Filialen
  • Aktie stieg nachbörslich um 5 Prozent, liegt aber noch 15 Prozent im Jahresminus

Nadeem Bajwa lieferte als Student Pizzas für Papa John’s aus. Heute betreibt er knapp 300 Filialen der Kette und will sie offenbar ganz kaufen. Zumindest gemeinsam mit Irth Capital, dem von einem Mitglied der katarischen Königsfamilie und Brookfield Asset Management gestützten Investmentvehikel, das schon seit Monaten an Papa John’s International interessiert ist.

44 Prozent Aufschlag, und trotzdem zögert der Vorstand

Irth hatte bereits früher in diesem Jahr ein Angebot von 47 Dollar je Aktie auf den Tisch gelegt. Zum Schlusskurs von 32,72 Dollar am Donnerstag entspricht das einem Aufschlag von gut 44 Prozent. Und dennoch: Drei mit der Sache vertraute Personen sagten Reuters, der Vorstand prüfe das Angebot noch, ein Deal sei keineswegs sicher. Ein früherer gemeinsamer Versuch mit Apollo Global Management war 2025 bereits gescheitert.

Nun soll Bajwa die Sache ernsthafter machen. Er sitzt im Executive Committee des Franchise Advisory Councils und ist stellvertretender Vorsitzender der Papa John’s Franchise Association, also kein unbeschriebenes Blatt. Peter da Silva Vint, geschäftsführender Partner der Beratungsfirma Jasper Street, kommentierte das so: „Es ist höchst ungewöhnlich, eine solche Zusammenarbeit zwischen einem Franchisee und einem Bieter zu sehen, und das sollte dem Management und den Investoren die Gewissheit geben, dass Irths Angebot real ist und es einen Weg nach vorn für dieses Unternehmen gibt.“

Papa John's International Aktie Chart

Die Aktie hat ein Problem, das 47 Dollar nicht wegzaubern

Papa John’s kämpft seit Längerem. Das erste Quartal verfehlte die Erwartungen, die Umsätze in Nordamerika gaben nach, die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 15 Prozent im Minus. Zutateninflation, preissensible Verbraucher, ein zunehmend schwieriges Umfeld für Schnellrestaurants. Pizza Hut, das Yum Brands gehört, steckt übrigens in einem ähnlichen Prozess.

Nachbörslich legte die Papa John’s-Aktie um rund 7,5 Prozent zu, als die Reuters-Meldung durchsickerte. Für jemanden, der die Aktie zum Jahresanfang gekauft hat, ist das ein schwacher Trost. Für Irth und Bajwa hingegen könnte es der Beginn einer Geschichte sein, die Bajwa schon als Pizzabote kannte, nur mit anderen Zahlen auf dem Kassenbon.

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