Pan American Silver hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 eine gespaltene Bilanz vorgelegt. Während das Unternehmen bei der Silberproduktion mit 6,5 Millionen Unzen das obere Ende der Quartalsprognose erreichte und Aktionäre mit 300 Millionen US-Dollar Kapitalrückgabe verwöhnte, musste das Management gleichzeitig die Jahresprognose für die Goldproduktion nach unten korrigieren. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie tragfähig die operative Stärke im Silbergeschäft angesichts der Probleme im Goldbereich tatsächlich ist.
Gold-Ausblick am unteren Rand der Spanne
Grund für die gedämpften Erwartungen sind schwächere Quartalswerte sowie operative Probleme an den Standorten Jacobina und El Peñón. Das Unternehmen rechnet nun mit einer Jahresproduktion am unteren Ende der bisherigen Spanne von 700.000 bis 750.000 Unzen Gold.
Die Silberprognose für das Gesamtjahr bestätigte Pan American Silver dagegen unverändert bei 25 bis 27 Millionen Unzen. Fortschritte gab es zudem bei der Entwicklung der Projekte La Colorada Skarn und Timmins, wo im Zuge des 588-Decline-Projekts der erste Abbauabschnitt zur Erschließung der Skarn-Lagerstätte erreicht wurde.
Finanziell zeigte sich das Unternehmen robust: Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 1.124 Millionen US-Dollar, der Nettogewinn bei 305 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,72 US-Dollar je Aktie. Zum Quartalsende verfügte Pan American Silver über 1,8 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und Investitionen sowie eine Gesamtliquidität von rund 3,2 Milliarden US-Dollar.
Der freie Cashflow belief sich auf 344 Millionen US-Dollar, was die angekündigte Dividende für das zweite Quartal untermauert, die am oder um den 4. September 2026 ausgezahlt werden soll.
Verfehlte Erwartungen belasteten den Kurs
Trotz der operativen Fortschritte reagierten Anleger nach der Veröffentlichung zunächst negativ. Medienberichten zufolge verfehlten sowohl das bereinigte Ergebnis je Aktie von 0,73 US-Dollar als auch der Umsatz von 1,12 Milliarden US-Dollar die Konsensschätzungen, was zu deutlichen Kursverlusten führte.
Der Rücksetzer zeigt sich auch in der jüngeren Kursentwicklung: Auf Wochensicht verlor die Aktie 7,5 Prozent, während sie auf Monatssicht mit einem Plus von 8,1 Prozent noch immer im positiven Bereich notiert.
Am Freitag schloss das Papier bei 41,00 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Damit bewegt sich der Kurs knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 40,08 Euro, liegt aber rund 33 Prozent unter dem im März markierten 52-Wochen-Hoch von 61,48 Euro.
Seit Jahresbeginn steht bei Pan American Silver ein Minus von 11 Prozent zu Buche – ein Kontrast zum Plus von 52 Prozent auf Zwölfmonatssicht, das die zeitweise deutlich höheren Kursniveaus des vergangenen Jahres widerspiegelt.
Kapitalrückgabe als Signal an Anleger
Die Kombination aus Rekord-Kapitalrückgabe und robuster Bilanz signalisiert, dass Pan American Silver trotz der Gold-Enttäuschung finanziell auf solidem Fundament steht. Die hohe Liquiditätsausstattung von 3,2 Milliarden US-Dollar gibt dem Unternehmen Spielraum, sowohl die laufende Dividendenpolitik fortzusetzen als auch Entwicklungsprojekte wie La Colorada Skarn voranzutreiben.
Ob die Silberproduktion die Schwäche im Goldsegment kompensieren kann, dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen, wenn die operativen Probleme in Jacobina und El Peñón behoben werden müssen.
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