Die Aktie von Pan American Silver verzeichnet am heutigen Freitag deutliche Verluste. Das Papier sank im Handelsverlauf um 2,9 % und notiert bei 45,79 €. Damit folgte der Wert einer breiten Verkaufswelle im Edelmetallsektor, die durch neue Signale zur künftigen Ausrichtung der US-Geldpolitik ausgelöst wurde.
Geldpolitik belastet den Silbersektor
Hintergrund der Kursbewegung sind Äußerungen des US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf dem Wirtschaftssymposium in Jackson Hole. Warsh deutete am heutigen Freitag an, dass die Leitzinsen bereits im September steigen könnten, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Diese Aussicht auf eine straffere Geldpolitik belastete die Preise für unverzinste Sachwerte massiv.
In der Folge gab der Preis für Silber deutlich nach. Medienberichten zufolge fiel der Spotpreis für das Edelmetall um 4,1 % auf 67,34 Dollar je Unze. Da Pan American Silver als einer der führenden Produzenten stark von der Preisentwicklung des Metalls abhängt, reagierte der Aktienkurs unmittelbar auf den Preisverfall an den Rohstoffmärkten.
Produktion an der Jacobina-Mine gedrosselt
Die aktuelle Marktschwäche trifft das Unternehmen in einer Phase operativer Anpassungen. Vor rund zwei Wochen veröffentlichte der Konzern seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 38,4 % auf 1,12 Milliarden Dollar kletterte, blieb dieser Wert hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie verfehlte die Prognosen der Analysten.
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Jacobina-Mine. Aufgrund von Maßnahmen zur Minderung seismischer Aktivitäten blieb die Goldproduktion hinter den ursprünglichen Planungen zurück. Das Management sah sich daher veranlasst, die Prognose für die Goldförderung im Gesamtjahr 2026 anzupassen.
Man rechnet nun lediglich mit dem Erreichen des unteren Endes der Spanne von 700.000 bis 750.000 Unzen. Für das laufende dritte Quartal wurde die Erwartungshaltung zudem um bis zu 6.000 Unzen gesenkt.
Analysten passen ihre Prognosen an
Trotz der Produktionshürden und des heutigen Kursrückgangs gibt es positive Stimmen zur langfristigen Ertragskraft. Am Dienstag hob der Analyst O. Habib von der Scotiabank die Gewinnschätzung für das Geschäftsjahr 2026 von 2,99 auf 3,21 Dollar je Aktie an. Das Haus begründete diesen Schritt mit höheren Prognosen für die realisierten Metallpreise und behielt die Einstufung „Sector Outperform“ bei.
Bereits in den vergangenen Wochen war das Meinungsbild unter den Experten geteilt. Während ein Analysehaus die Aktie am 15. August auf „Hold“ abstufte, erfolgte am 18. August eine Heraufstufung durch Zacks Investment Research von „Strong Sell“ auf „Hold“. Hier wurde insbesondere die verbesserte Generierung von Cashflow hervorgehoben.
Finanziell verfügt das Unternehmen über ein solides Polster. Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass die verfügbare Liquidität bei 3,2 Milliarden Dollar liegt, nachdem eine revolvierende Kreditfazilität im Juli auf 1,5 Milliarden Dollar verdoppelt worden war. Charttechnisch bleibt die Lage stabil: Trotz der heutigen Verluste notiert die Aktie weiterhin 2,6 % über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 44,63 €.
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