Eigentlich lief bei Pan American Silver operativ fast alles nach Plan – und trotzdem reagierten Anleger im nachbörslichen Handel mit einem Kurssturz von 9,66 Prozent auf 47,32 Dollar. Der Grund: Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 0,73 Dollar verfehlte die Erwartungen von 0,92 Dollar deutlich, der Umsatz blieb mit 1,12 Milliarden Dollar ebenfalls unter der Prognose von 1,16 Milliarden Dollar.
Im Jahresvergleich sehen die Zahlen dennoch stark aus. Das bereinigte Ergebnis lag mit 0,73 Dollar je Aktie fast doppelt so hoch wie die 0,43 Dollar im Vorjahresquartal, der Umsatz stieg von 812 Millionen auf 1,124 Milliarden Dollar. Der Haken: Die Konsensschätzungen der Analysten waren noch optimistischer, und genau daran zerbrach die Kursreaktion.
Steuern und schwächeres Gold belasten
Die Silberproduktion erreichte mit 6,5 Millionen Unzen das obere Ende der Quartalsprognose, getragen von starker Leistung in La Colorada und Juanicipio. Bei Gold lief es schlechter: Die Produktion sank auf rund 166.000 Unzen, das Jahresziel von 700.000 bis 750.000 Unzen wird nun eher am unteren Rand erwartet.
Grund sind vor allem Anpassungen der Abbaumethode in Jacobina wegen seismischer Aktivität sowie schwächere Nebenstrukturen in El Peñón, wo mehr silberreiches statt goldreiches Erz gefördert wird.
Hinzu kommt eine deutlich höhere Steuerlast: Die effektive Steuerquote kletterte im Quartal auf rund 37 Prozent, nach knapp 30 Prozent im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr hob das Unternehmen die Prognose für gezahlte Ertragsteuern auf eine Spanne von 585 bis 635 Millionen Dollar an – Folge höherer Metallpreise und notwendiger Kapitalrückführungen mit Quellensteuerabzug.
Bilanz bleibt robust
Trotz der Ergebnisenttäuschung zeigt sich die finanzielle Basis solide. Pan American verfügte am Quartalsende über 1,8 Milliarden Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen, die Gesamtliquidität liegt bei etwa 3,2 Milliarden Dollar, nachdem die Kreditlinie im Juli auf 1,5 Milliarden Dollar verdoppelt wurde.
Im Quartal flossen 300 Millionen Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurück – ein Rekordwert, der laut Management den im Mai angekündigten Rahmen für Kapitalrückgaben bestätigt.
Am Wachstumsprojekt La Colorada wurde im August ein wichtiger Meilenstein erreicht: der erste Durchbruch der 588-Rampe zur Erschließung der Skarn-Lagerstätte. Für Timmins ist eine aktualisierte Ressourcenschätzung im dritten Quartal geplant, eine Machbarkeitsstudie für das Timmins-Camp-Projekt soll in der ersten Hälfte 2027 folgen.
Die nächste konkrete Wegmarke folgt bereits in wenigen Wochen: Anfang September will das Unternehmen ein aktualisiertes Reserven- und Ressourcen-Update vorlegen, das auch Aufschluss über die veränderte Erzstruktur in El Peñón geben soll.
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