Die Rechnung für die aggressive Übernahmestrategie kommt jetzt. Palo Alto Networks hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Statt 3,80 bis 3,90 Dollar je Aktie werden nun nur noch 3,65 bis 3,70 Dollar erwartet. Der Grund ist schnell gefunden. Die Integrationskosten nach den jüngsten Übernahmen fressen die Margen regelrecht auf.
Die Aktie reagierte prompt und verlor vorbörslich rund 7 Prozent. Kein Wunder, denn die Zahlen zeigen deutlich, dass die Strategie des Cybersecurity-Konzerns aus Santa Clara kurzfristig teuer wird. Allein die Übernahme von CyberArk im vergangenen Juli kostete 25 Mrd. Dollar. Die größte Transaktion in der Firmengeschichte. Dazu kommen noch Chronosphere für 2,6 Mrd. Dollar im November und zuletzt das israelische Start-up Koi.
Die Kosten explodieren regelrecht
Im zweiten Quartal erreichten die Integrationskosten bereits 24 Mio. Dollar. Ein Jahr zuvor waren es gerade einmal 10 Mio. Dollar gewesen. Diese Entwicklung zeigt, wie stark die jüngsten Übernahmen auf die Profitabilität drücken. Für das dritte Quartal erwartet Palo Alto Networks nun einen Gewinn je Aktie von nur 0,78 bis 0,80 Dollar. Der Markt hatte mit 0,92 Dollar gerechnet.
Immerhin gibt es auch gute Nachrichten. Die Umsatzprognose wurde auf 11,28 bis 11,31 Mrd. Dollar angehoben. Das liegt deutlich über den bisherigen Erwartungen von 10,5 Mrd. Dollar. Auch im abgelaufenen Quartal übertraf das Unternehmen mit einem Gewinn je Aktie von 1,03 Dollar die Analystenschätzungen von 0,94 Dollar. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 2,59 Mrd. Dollar.
Analysten bleiben trotz der kurzfristigen Gewinnbelastung optimistisch. Die Strategie, Kunden eine integrierte Plattform für Cybersecurity anzubieten, gilt langfristig als richtig. Besonders im Bereich KI-gestützte Sicherheitslösungen sieht man großes Potenzial. Kurzfristig müssen Anleger aber wohl mit weiteren Belastungen rechnen. Die Integrationsphase ist noch lange nicht abgeschlossen.
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