Wer bei Palo Alto Networks zuletzt auf die Bruttomarge geschaut hat, könnte sich gewundert haben. Die Schwankungen waren sichtbar, und solche Schwankungen machen Anleger nervös. Morgan Stanley allerdings sieht das ganz anders. Meta Marshall, die die Analystengruppe des Hauses leitet, schreibt in einer aktuellen Investorennotiz, das Management sei klar gewesen: Die Variabilität der Bruttomarge sei primär eine Frage des Produkt-Mix, keine Frage der Ausführung, nichts Strukturelles.
Konkret drückt ein hoher Anteil von Hardware-Appliances mit niedrigeren Margen auf die Produktseite. Auf der Serviceseite wiederum wachsen SaaS-Angebote besonders schnell, was kurzfristig ebenfalls auf die Marge drückt. Doch genau diese SaaS-Angebote sollen mit zunehmender Skalierung effizienter werden. Demnach ist der Druck von heute der Hebel von morgen.
40 Prozent Free-Cashflow-Marge als Ziel
Was Morgan Stanley dabei besonders betont: Das Palo-Alto-Management habe seinen langjährigen Fokus auf Profitabilität nochmals bestätigt, auch im Kontext laufender Akquisitionsintegrationen. Die Übernahmen sollen schrittweise auf das Margenprofil von Palo Alto gebracht werden. Das Kursziel von Morgan Stanley liegt daher bei 223 Dollar, die Einstufung lautet Overweight.
Palo Alto Networks Aktie Chart
Das Analystenhaus Benchmark ist vergangene Woche ebenfalls eingestiegen, mit einer Kaufempfehlung. Die Begründung: Das Next-Gen-Security-Geschaeft wachse auf „tremendously scale“, also in einem Tempo, das die Analysten offenbar beeindruckt hat.
KI hilft beim Verkaufen
Neben den Margenfragen hebt Marshall die Fortschritte bei KI-Sicherheit, SIEM, SASE und Cloud-Security hervor. Dazu kommt die sogenannte Platformisierung, also die Strategie, Kunden von Einzellösungen auf eine integrierte Plattform zu bringen. Das Argument dabei ist simpel und offenbar wirksam: Ein einziges Interface statt eines Flickenteppichs aus Sicherheitslösungen. Kunden, die ihre zunehmend fragmentierten Sicherheitsarchitekturen konsolidieren wollen, hören da gerne zu.
Und die Vertriebsmannschaft sei besser aufgestellt als zuvor, schreibt Marshall. Mehr Vertreter seien inzwischen in der Lage, Multi-Produkt-Lösungen zu verkaufen, unterstützt auch durch KI. Das ist kein kleines Detail. Denn Plattformverkauf ist komplexer als Einzelproduktverkauf, und wer das beherrscht, hat einen echten Vorteil.
Ob die Marge nächstes Quartal schon sauber aussieht, ist offen. Aber Morgan Stanley und Benchmark haben ihre Meinung klar gemacht. Zwei Kauf-Empfehlungen in einer Woche sind kein Zufall.
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