Es gibt Quartale, die ein Unternehmen eigentlich gewinnen kann. Palantir hat so eines geliefert: bereinigter Gewinn je Aktie von 0,33 Dollar, Umsatz von 1,63 Milliarden Dollar, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Jahresprognose wurde auf 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar angehoben. Und die Aktie? Fiel am Dienstag um rund 6 Prozent.
Wall Street lobt, der Markt verkauft
Mariana Perez Mora von der Bank of America nannte die Zahlen einen „sprunghaften Ergebnisabdruck“ und schrieb in einer Notiz an Kunden: „Der Markt bewegt sich von KI-Neugier zu KI-Konsequenz, und Palantir ist der Führer in diesem Wandel, ohne sich auf ein Wettrennen nach unten einzulassen.“ Ihr Kursziel: 255 Dollar, Rating: Kaufen.
Morgan-Stanley-Analyst Sanjit Singh war kaum weniger angetan. Wachstum und Profitabilität seien „erstklassig“, schrieb er. Nur: Die Aktie fiel im frühen Handel um 6 %, und Singh erklärte das so: „Die Erwartungen sind bereits hoch, und die Bewertung wirkt bei rund 34x des Umsatzes für 2027 und rund 56x des freien Cashflows für 2027 nicht zwingend attraktiv, zumal das Spitzenwachstum wohl bereits erreicht ist oder kurz bevorsteht.“ Singh erhöhte seine Schätzungen, beließ das Rating aber bei Equalweight und das Kursziel bei 205 Dollar.
Palantir Technologies Inc. Aktie Chart
Der Haken steckt im US-Geschäft
Was die Stimmung zusätzlich trübte: Das US-amerikanische Kommerzgeschäft brachte 595 Millionen Dollar, und das lag unter den Erwartungen. Das Regierungsgeschäft hingegen übertraf mit 687 Millionen Dollar die Schätzungen von 610,5 Millionen Dollar deutlich. Ein gespaltenes Bild also.
Rishi Jaluria von RBC Capital Markets ließ sich davon nicht umstimmen. Die Zahlen seien „solide“, schrieb er, aber Bedenken zur Nachhaltigkeit des Wachstums und zum steigenden Wettbewerb blieben. Jaluria hat ein Underperform-Rating und ein Kursziel von 90 Dollar, also weniger als die Hälfte dessen, was Perez Mora für angemessen hält.
34x Umsatz, 56x Cashflow
Das eigentliche Problem ist nicht das Quartal. Das eigentliche Problem ist, was der Markt bereits eingepreist hat. Wer eine Aktie zu diesen Multiples kauft, braucht nicht nur gute Zahlen, er braucht Zahlen, die die Phantasie neu entfachen. 85 Prozent Umsatzwachstum haben das offenbar nicht geschafft. Vielleicht liegt die Latte bei Palantir inzwischen schlicht zu hoch, um in der Realität noch zu überspringen.
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