Palantir findet seinen Weg in die Nische der Privatfliegerei. Surf Air Mobility hat mit Clipper Aviation den vierten kommerziellen Vertrag für OperatorOS abgeschlossen, eine Flugbetriebssoftware, die auf Palantir-Technologie basiert. Für den Konzern selbst ist das ein kleiner Baustein. Er zeigt aber, wie weit die Plattform in Branchen vordringt, die man nicht sofort mit Data-Analytics verbindet.
Was OperatorOS leisten soll
Die Software richtet sich an Betreiber nach dem US-Regelwerk Part 135, also Charter- und Pendelfluggesellschaften. Sie steuert Flugzeug- und Crewplanung, Flugmanagement, Reporting und Vertrieb. Clipper betreibt derzeit vier Maschinen und will Abläufe automatisieren und manuelle Prozesse abbauen.
Surf Air Mobility verdient an jedem über die Software gemanagten Clipper-Flug einen Umsatzanteil. Bis Jahresende will das Unternehmen fünf Betreiber auf der Plattform haben. Die Software läuft seit 2025 im eigenen Betrieb bei Southern Airways und Mokulele Airlines und hat zuletzt von der US-Luftfahrtbehörde FAA die Zulassung als System für elektronische Signaturen und Aufzeichnungen erhalten.
Für Palantir ist die Rolle klar: Der Konzern liefert die Technologie im Hintergrund, die Vermarktung übernimmt der Partner. Finanzielle Details zum Anteil des Konzerns nannte keine der Parteien.
Verkäufe und Analystenstimmen
Am Aktienmarkt blieb die Meldung ohne erkennbare Wirkung. Die Aktie notiert zuletzt bei rund 189 Dollar, der Börsenwert liegt bei etwa 454 Milliarden Dollar. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 162 gilt der Titel nach einer Bewertungsanalyse als hoch bewertet.
Direktorin Lauren Stat verkaufte am 1. Oktober 1.337 Aktien zu 189,95 Dollar, zusammen rund 254.000 Dollar. Der Verkauf lief über einen im Februar aufgesetzten Handelsplan nach Rule 10b5-1, ist also vorab festgelegt. Stat hält weiterhin direkt 51.428 Aktien.
Das Analystenbild fällt überwiegend freundlich aus:
- UBS hebt das Kursziel auf 250 Dollar und verweist auf die starke KI-Nachfrage bei der Hauskonferenz AIPCon.
- DA Davidson setzt ebenfalls 250 Dollar an und betont die Ausrichtung auf KI-Souveränität.
- Rosenblatt bleibt bei „Buy“ mit 225 Dollar, begründet mit dem KI-System für die FAA.
- Goldman Sachs bleibt bei „Neutral“ und lobt den Burggraben im KI-Geschäft.
Die FAA taucht damit gleich doppelt auf: als Kunde von Palantir und als Zulassungsstelle für eine Software, die auf dessen Technologie läuft. Surf Air Mobility will bis Ende 2026 den fünften Betreiber an Bord holen. Das ist der nächste konkrete Messpunkt für diese Partnerschaft.
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