Rosenblatt traut Palantir durch den breiteren Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen weiteres Wachstum zu. Das Analysehaus hat heute sein Kursziel von 225 auf 260 US-Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Entscheidend für diese Einschätzung ist, ob aus KI-Einführungen im großen Maßstab dauerhaft mehr Geschäft entsteht.
Die optimistische Bewertung erhöht zugleich die Anforderungen an den nächsten Geschäftsbericht. Rosenblatt erwartet Ergebnisse über den Schätzungen und eine Anhebung der Prognose. Für Anleger liegt die Messlatte damit nicht nur bei einem starken abgeschlossenen Quartal, sondern ebenso beim Ausblick.
Rosenblatt blickt weit voraus
Das Analysehaus schätzt den weltweit adressierbaren Markt auf mehr als das Zehnfache seiner eigenen Umsatzprognose für 2027. Diese liegt bei 14,6 Milliarden US-Dollar. Damit begründet Rosenblatt seine Zuversicht vor allem mit dem langfristigen Absatzpotenzial und nicht allein mit dem nächsten Quartal.
Ein großer potenzieller Markt ist allerdings noch kein gesicherter Umsatz. Die entscheidende Frage lautet deshalb, wie schnell Palantir zusätzliche Unternehmenskunden gewinnt und deren KI-Anwendungen in laufendes Geschäft überführt.
Das Kursziel basiert auf dem 60-Fachen des erwarteten Gewinns je Aktie für den Zeitraum vom vierten Quartal 2027 bis zum dritten Quartal 2028. Die Bewertung greift somit weit voraus. Entsprechend wichtig ist, dass das Unternehmen seinen Wachstumskurs auch über die unmittelbar bevorstehenden Zahlen hinaus untermauert.
Kommerzielles Geschäft liefert den Prüfstein
Palantirs US-Kommerzgeschäft wuchs im zweiten Geschäftsquartal 2026 um 149 Prozent auf 764 Millionen US-Dollar. Dieser Zuwachs stützt die These, dass Unternehmenskunden zunehmend zum Wachstum beitragen.
Den Ausbau dieses Geschäfts begleitet Palantir mit Änderungen an seiner Artificial Intelligence Platform. Im Oktober führte das Unternehmen Kontrollen ein, mit denen Administratoren den Zugriff von Sprachmodellen anhand verpflichtender Datenmarkierungen begrenzen können. Die Prüfung erstreckt sich auf die gesamte Nutzersitzung und auf Agenten.
Solche Funktionen betreffen die praktische Einführung von KI in Unternehmen: Datenzugriffe lassen sich damit gezielter kontrollieren. Einen konkreten zusätzlichen Umsatzbeitrag dieser Neuerungen hat Palantir damit jedoch nicht beziffert. Für die Bewertung zählt letztlich die kommerzielle Umsetzung.
Hohe Erwartungen vor dem Geschäftsbericht
Die Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen ist für den 2. November geplant. Laut CNBC erwartet der LSEG-Konsens nahezu 100 Prozent Gewinnwachstum und mehr als 80 Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr.
Damit ist kräftiges Wachstum bereits Teil der Erwartungen. Rosenblatts Kaufargument reicht weiter: Das Analysehaus setzt zusätzlich auf bessere Ergebnisse als prognostiziert und einen höheren Ausblick. Für Anleger wird deshalb die Verbindung aus Wachstum, Profitabilität und Prognose entscheidend. Die Kurszielanhebung ist ein Vertrauenssignal – ihre langfristige Begründung muss Palantir operativ weiter einlösen.
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