Die Aktie von Palantir verliert im vorbörslichen Handel am Montag rund ein Prozent. Zuvor wurde bekannt, dass das Pentagon das KI-System Maven des Unternehmens zum offiziellen Programm erhebt. In einem Schreiben vom 9. März an hochrangige Pentagon-Vertreter und Militärkommandeure erklärte Vize-Verteidigungsminister Steve Feinberg, die Einbettung von Maven werde den Streitkräften die neuesten Werkzeuge liefern, um Gegner in allen Bereichen zu erkennen, abzuschrecken und zu dominieren.
Maven ist eine Kommando- und Kontrollplattform, die Daten von Satelliten, Drohnen und Sensoren in einer einzigen Oberfläche zur Analyse des Schlachtfelds und zur Identifizierung von Bedrohungen zusammenführt. Das System funktioniert bereits als primäres KI-Betriebssystem für präzise Schläge des US-Militärs. Die Entscheidung dürfte bis Ende September in Kraft treten und verschafft Palantir eine gesicherte Position mit langfristiger Finanzierung über alle Teilstreitkräfte hinweg.
Zuständigkeit wechselt zum KI-Büro des Pentagon
Feinberg ordnete in seinem Schreiben an, dass die Aufsicht über Maven innerhalb von 30 Tagen von der National Geospatial Intelligence Agency zum Chief Digital and Artificial Intelligence Office des Pentagon übertragen wird. Künftige Verträge mit Palantir sollen von der Army abgewickelt werden. „Es ist zwingend erforderlich, dass wir jetzt und fokussiert investieren, um die Integration von künstlicher Intelligenz in den gemeinsamen Streitkräften zu vertiefen und KI-gestützte Entscheidungsfindung als Eckpfeiler unserer Strategie zu etablieren“, schrieb Feinberg.
Die Entscheidung markiert einen bedeutenden Erfolg für Palantir, das im vergangenen August bereits einen Vertrag über zehn Milliarden Dollar mit der US Army gesichert hatte. Diese Erfolge haben den Aktienkurs des Unternehmens im vergangenen Jahr verdoppelt und die Marktkapitalisierung auf nahezu 360 Milliarden Dollar getrieben. Maven entstand aus dem 2017 gestarteten Project Maven des Pentagon, einem Programm zur Kennzeichnung von Drohnenbildern.
Palantir Technologies Inc. Aktie Chart
Anthropics Claude-Modell als mögliche Schwachstelle
Eine potenzielle Komplikation bei der tieferen Integration von Maven stellt die Nutzung des KI-Modells Claude von Anthropic dar. Das Pentagon hatte den Vertrag mit dem KI-Startup kürzlich beendet und es als Risiko für die Lieferkette eingestuft. Die Entscheidung der Trump-Administration erfolgte, nachdem Anthropic die Forderung des Pentagon nach uneingeschränktem Zugang zu seinen KI-Modellen abgelehnt hatte. Palantir-CEO Alex Karp erklärte Anfang März, sein Unternehmen nutze weiterhin die KI-Modelle von Anthropic.
Palantir betont, dass seine Software keine tödlichen Entscheidungen treffe und Menschen für die Auswahl und Genehmigung von Zielen verantwortlich blieben. UN-Expertengremien hatten zuvor gewarnt, dass KI-gestützte Waffensysteme ohne menschliche Kontrolle ethische, rechtliche und sicherheitspolitische Risiken bergen. Bei einer Präsentation Anfang März demonstrierte Cameron Stanley, Leiter des KI-Büros im Pentagon, wie Maven für die Zielerfassung im Nahen Osten eingesetzt werden könnte.
Anleger dürften nun beobachten, wie sich die Abhängigkeit von Anthropics Technologie entwickelt und welche Auswirkungen der Rechtsstreit zwischen dem Startup und dem Verteidigungsministerium auf die künftige Nutzung von Maven haben könnte. Die Stabilität der langfristigen Finanzierung steht der technologischen Unsicherheit gegenüber.
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