JPMorgan hat heute die Bewertung von Palantir mit „Overweight“ aufgenommen. Das Kursziel beträgt 262 US-Dollar für Dezember 2027. Gegenüber dem von der Bank herangezogenen jüngsten Kurs entspricht das laut JPMorgan mehr als 30 % Aufwärtspotenzial. Die Analysten setzen auf starkes Wachstum und eine weiter steigende Mittelgenerierung.
Damit erhält Palantir vor der nächsten Ergebnisvorlage zusätzliche Unterstützung. Entscheidend ist dabei nicht allein die Kaufempfehlung: JPMorgan verbindet den positiven Ausblick mit konkreten Annahmen zur Profitabilität und zum freien Mittelzufluss.
Wachstum und Margen stützen die Einschätzung
Zur Begründung verweist JPMorgan auf ein Umsatzwachstum von 93 % gegenüber dem Vorjahr im zuletzt berichteten Quartal. Damit habe sich das Wachstum das zwölfte Quartal in Folge beschleunigt. Die bereinigte operative Marge auf Non-GAAP-Basis habe 62 % erreicht.
Die Kombination ist für die Argumentation der Bank zentral: Palantir wächst demnach nicht nur schnell, sondern erzielt zugleich eine hohe operative Profitabilität. Das unterscheidet die Investmentthese von einer reinen Wette auf steigende Erlöse.
Der freie Mittelzufluss legte laut JPMorgan gegenüber dem Vorjahr um 126 % zu. Hinzu kommt eine Bruttomarge von 84,8 %.
Diese Kennzahlen erklären den Schwerpunkt der Bewertung. Die Bank richtet ihren Blick vor allem darauf, wie viel frei verfügbarer Mittelzufluss aus dem Wachstum entsteht. Für Anleger wird deshalb neben dem Umsatz auch dessen Umsetzung in liquide Mittel zum Prüfstein.
Das Kursziel setzt kräftige Fortschritte voraus
JPMorgan legt dem Kursziel das 55-Fache des erwarteten freien Mittelzuflusses für 2028 zugrunde. Für dieses Jahr kalkuliert die Bank mit 11,7 Mrd. US-Dollar.
Damit reicht die Bewertungsgrundlage deutlich über die unmittelbar bevorstehende Ergebnisvorlage hinaus. Das Kursziel hängt entsprechend nicht nur vom nächsten Quartal ab, sondern von der Fortsetzung des Wachstumskurses über mehrere Jahre.
Bis 2028 erwartet JPMorgan beim freien Mittelzufluss eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 77 % über drei Jahre.
Das ist zugleich die zentrale Anforderung hinter der positiven Einstufung. Die erwartete Mittelgenerierung ist eine Prognose, kein bereits erzieltes Ergebnis. Bleibt sie hinter den Annahmen zurück, würde eine wesentliche Grundlage des Kursziels schwächer ausfallen.
Nächste Zahlen als kurzfristiger Prüfstein
Für die anstehenden Ergebnisse hat JPMorgan zusätzlich eine positive kurzfristige Beobachtungseinstufung vergeben. Die Bank signalisiert damit Zuversicht für die Veröffentlichung, obwohl ihre eigenen Schätzungen weitgehend dem Analystenkonsens entsprechen.
Palantir legt am 2. November seine nächsten Quartalszahlen vor. Citi erwartet für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erneut einen Umsatz oberhalb der Markterwartungen.
Als Treiber nennt Citi das US-Regierungsgeschäft und das Geschäft mit kommerziellen Kunden. Auch die deutlich höhere Vergleichsbasis hält die Bank nicht davon ab, auf eine weitere positive Überraschung zu setzen.
Citi bestätigt deshalb die Kaufempfehlung und erhöht das Kursziel von 245 auf 250 US-Dollar. Beide Häuser setzen damit auf weitere operative Stärke. JPMorgans langfristiges Bewertungsmodell verlangt darüber hinaus, dass Palantir das Wachstum dauerhaft in kräftige freie Mittelzuflüsse übersetzt.
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