Palantir steht in Großbritannien unter Beobachtung. Das Vorzeigeprojekt des Datenkonzerns beim staatlichen Gesundheitsdienst NHS liefert gemischte Ergebnisse. Eine aktuelle Auswertung sät Zweifel an der Effizienz der Software. Das rückt den millionenschweren Regierungsauftrag in ein kritisches Licht.
Zweifel an der Effizienz
Im Zentrum der Debatte steht die sogenannte Federated Data Platform. Palantir sicherte sich diesen Auftrag im vergangenen November für 330 Millionen britische Pfund. Nun zeigen Daten der Kampagnengruppe Foxglove ein durchwachsenes Bild.
Von 41 untersuchten Krankenhausverbünden verzeichneten 13 nach der Software-Einführung einen Rückgang der Operationen. Das Modul plant eigentlich Termine für Patienten. Es soll die Produktivität der Kliniken steigern. Ein direkter Kausalzusammenhang lässt sich schwer belegen. Es fehlen Vergleichsdaten von Krankenhäusern ohne das Palantir-System.
Ungleiche Erfolgsbilanz
Der britische Gesundheitsdienst und Palantir verteidigen das Programm vehement. Die Plattform habe zu 110.000 zusätzlichen Eingriffen beigetragen. Parallel dazu schrumpften die offiziellen Wartelisten um 800.000 Patienten.
Eine Detailanalyse offenbart allerdings eine starke Konzentration der Erfolge. Bei 16 untersuchten Verbünden entfielen 84 Prozent des Rückgangs auf ein einziges Krankenhaus in London. Palantir will nun die Strategien der erfolgreichsten Kliniken auf andere Standorte übertragen. Experten betonen ohnehin die Komplexität des Klinikalltags. Eine einzelne IT-Lösung entscheidet selten allein über die Operationszahlen.
Aktie sucht den Boden
An der Börse reagieren Investoren besonnen auf die Diskussion. Die Palantir-Aktie notiert aktuell bei 114,18 Euro und bewegt sich kaum vom Fleck. Das Rekordhoch von knapp 180 Euro aus dem vergangenen Herbst ist weit entfernt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 20 Prozent auf der Anzeigetafel.
Der Kurs liegt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 137,12 Euro. Kein Wunder. Investoren wägen die allgemeine KI-Fantasie gegen harte politische Vergaberisiken ab. Staatliche Großaufträge unterliegen einer strengen öffentlichen Kontrolle.
Veröffentlicht der NHS detailliertere Vergleichsdaten, könnte das die Effizienz der Software klarer belegen. Bis dahin bleibt der Regierungsauftrag ein zweischneidiges Schwert für Palantir. Die Nachfrage nach staatlicher KI-Infrastruktur wächst. Kunden fordern aber zunehmend messbare Ergebnisse im großen Maßstab.
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