Palantir schloss am Montag bei 138 Euro, ein Plus von 2,6 Prozent. Die Aktie profitierte von einer breit angelegten Erholung im Software-Sektor, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang auf der Computex Bedenken zerstreute, KI-Agenten könnten traditionelle Software überflüssig machen.
Nvidia-Chef beruhigt den Markt
Der Auslöser war sektorweit. Huang stellte klar, dass agentic AI die Nachfrage nach Datenplattformen und Workflow-Tools eher steigern als verdrängen werde. Investoren reagierten sofort: Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF legte um 4,7 Prozent zu, Palantir gewann drei Prozent. Die Debatte, ob KI-Agenten Software-Budgets komprimieren oder ausweiten, hatte die Branche wochenlang belastet. Am Montag kippte die Stimmung.
Palantir wird als hochbewertetes AI-Software-Play gehandelt. Die Frage, ob KI-Infrastruktur und Unternehmenssoftware komplementäre Schichten desselben Investitionszyklus sind, entscheidet über die Bewertung. Der 2. Juni lieferte eine klare Antwort: Anleger preisen beide Ebenen wieder als Einheit.
Handelsvolumen deutlich erhöht
Rund 57,7 Millionen Aktien wechselten am Montag den Besitzer, deutlich über dem durchschnittlichen Tagesvolumen von 48,6 Millionen. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 413 Milliarden Dollar. Der Nasdaq Composite stieg um 0,42 Prozent auf 27.086 Punkte, der S&P 500 um 0,26 Prozent auf 7.600 Zähler. Chip- und Software-Werte trugen die Indizes, obwohl steigende Ölpreise andere Sektoren belasteten.
Die Bewegung ist eine Momentum-getriebene Neubewertung innerhalb des AI-Software-Trades. Neue Quartalszahlen gab es nicht. Die jüngsten Finanzdaten stammen vom 4. Mai, als Palantir für das erste Quartal einen Umsatzsprung von 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar meldete.
Wachstum bleibt der Bewertungsanker
Die Q1-Zahlen liefern den fundamentalen Rahmen. Der US-Umsatz kletterte um 104 Prozent auf 1,282 Milliarden Dollar. Das kommerzielle US-Geschäft wuchs um 133 Prozent auf 595 Millionen, das Regierungsgeschäft um 84 Prozent auf 687 Millionen. Palantir schloss 206 Deals über mindestens eine Million Dollar ab, darunter 72 über fünf Millionen und 47 über zehn Millionen. Der Gesamtvertragswert stieg um 61 Prozent auf 2,41 Milliarden Dollar.
Die Profitabilität bleibt zentral. Das operative Ergebnis nach GAAP erreichte 754 Millionen Dollar, eine Marge von 46 Prozent. Bereinigt lag es bei 984 Millionen, entsprechend 60 Prozent Marge. Das KGV steht bei 180,5, der Gewinn je Aktie bei 0,89 Dollar. Die Bewertung lässt wenig Spielraum für Ausführungsfehler.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie 3,6 Prozent verloren, über zwölf Monate steht ein Plus von 19,6 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 179,86 Euro ist sie 23,3 Prozent entfernt, vom Tief bei 104,86 Euro 31,6 Prozent. Der RSI liegt bei 86,3 und signalisiert eine überkaufte Lage.
Die Frage ist, ob Montags Rally eine dauerhafte Verschiebung der Sektor-Stimmung markiert oder nur ein weiterer High-Beta-Ausschlag in einer teuren AI-Aktie. Die Konstellation ist klar: Die Sektor-Stimmung hat sich verbessert, die Mai-Zahlen liefern eine Wachstumsstory aus US-Geschäft, Regierungsaufträgen und Großdeals. Die nächste Herausforderung: dieses Premium zu verteidigen, während Investoren schnelles Umsatzwachstum gegen eine Bewertung abwägen, die keinen Raum für Verzögerungen lässt.
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