Palantir Aktie: Gründer blockieren Menschenrechts-Initiative

Palantir-Aktionäre lehnen Menschenrechtsprüfungen ab. Trotz starkem Umsatzwachstum und KI-Erfolg belasten Kursverluste und Insiderverkäufe die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Menschenrechtsinitiativen auf Hauptversammlung gescheitert
  • Gründer halten knapp 50 Prozent Stimmrechte
  • Aktie verliert zeitweise über sechs Prozent
  • Umsatzwachstum von 85 Prozent im ersten Quartal

Die Aktionäre von Palantir haben auf der Hauptversammlung zwei Menschenrechtsinitiativen abgelehnt. Der Vorstoß, eine umfassende Folgenabschätzung zu den Risiken von Palantirs Software bei Einwanderungsbehörden und Militärs zu verlangen, scheiterte am Stimmrechtsübergewicht der Gründer. Damit bleibt die strategische Ausrichtung fest in deren Hand.

Gründerkontinuität als Bollwerk

Proposal 5 forderte den Vorstand auf, eine unabhängige Prüfung durchzuführen. Eingereicht hatte ihn die Ordensgemeinschaft der Sisters of St. Joseph of Peace. Unterstützung kam von Norges Bank Investment Management und New Yorker Pensionsfonds – doch sie verpuffte.

Alex Karp, Peter Thiel und Stephen Cohen halten zusammen 49,99 Prozent der Stimmrechte. Diese Konzentration erlaubt es dem Management, externe Mandate zu blockieren. Palantirs Board hatte die Vorschläge zuvor als „auf Missverständnissen beruhend“ zurückgewiesen.

Kursverluste und Insiderabflüsse

Der Markt reagierte ablehnend. Palantir-Aktien verloren am Mittwoch zeitweise 6,6 Prozent auf 141,25 Dollar – deutlich unter dem Schlusskurs von 152,17 Dollar.

Insiderverkäufe verstärken den Druck. In den letzten drei Monaten haben Führungskräfte und Direktoren Aktien im Wert von rund 422,5 Millionen Dollar abgestoßen. Das Handelsvolumen lag mit über 40 Millionen Aktien etwa 17 Prozent unter dem jüngsten Tagesdurchschnitt. Charttechnisch identifizieren Analysten eine Kopf-Schulter-Formation, die auf weiteres Abwärtspotenzial hindeutet.

Wachstum gegen politischen Gegenwind

Parallel wächst der politische Druck in Europa. Ein Ausschuss des britischen Parlaments warnte, die Abhängigkeit von Palantir-Plattformen im National Health Service stelle ein „unakzeptables Risiko“ dar. Der Bericht spricht von drohendem Qualitätsverfall, sobald ein Anbieter in der öffentlichen Infrastruktur verankert ist.

Operativ läuft es für Palantir indes rund. Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 1,63 Milliarden Dollar – ein Plus von 85 Prozent. Besonders der US-Commercial-Bereich legte um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar zu. Die KI-Plattform AIP bleibt der zentrale Treiber. Die bereinigte operative Marge erreichte 60 Prozent.

Bewertung bleibt das Risiko

Für das Gesamtjahr hebt das Management die Prognose an: zwischen 7,65 und 7,66 Milliarden Dollar Umsatz und rund 4,4 Milliarden Dollar Free Cashflow. Das KGV liegt bei etwa 170 – ein massiver Aufschlag gegenüber Software-Wettbewerbern.

Die Marktkapitalisierung bewegt sich zwischen 348 und 365 Milliarden Dollar. Die Ablehnung der Menschenrechtsinitiativen zeigt: An der strategischen Kontrolle der Gründer ändert sich so bald nichts. Ob das operative Tempo im US-Commercial-Markt die Bewertung rechtfertigt, bleibt der zentrale Streitpunkt für Anleger.

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