Palantir hat ein Imageproblem in Europa, und das wird langsam teuer. Das US-Unternehmen für Datenanalyse, seit Jahren eng mit amerikanischen Geheimdiensten und zuletzt auch mit der Trump-Administration verknüpft, spürt, wie der politische Gegenwind auf dem alten Kontinent stärker wird. Kunden, die zentrale Dienste lange bequem an Palantir ausgelagert hatten, fragen sich nun, ob das noch eine gute Idee ist.
Der Ruf als Risiko
Bloomberg-Reporter Mark Bergen hat das Thema in der Sendung „Bloomberg Tech“ aufgegriffen und es auf den Punkt gebracht: Palantirs schlechter Ruf in Europa erzeugt dort einen echten Handlungsdruck. Es geht nicht mehr nur um Datenschutz im technischen Sinne, sondern um die Frage, wessen Hände eigentlich an den Schalthebeln sitzen, wenn ein europäisches Ministerium oder eine Behörde ihre sensibelsten Daten verarbeitet.
Und genau da öffnet sich eine Tür.
Der Herausforderer aus Frankreich
Ein bislang kaum bekanntes französisches Unternehmen positioniert sich als Alternative. Namen und Details nannte Bloomberg nicht, aber die Botschaft ist klar: Palantirs Kontroversität ist für Wettbewerber kein Problem, sondern ein Geschäftsmodell. Wer europäische Datensouveränität verspricht und dabei nicht mit Washington assoziiert wird, hat gerade sehr gute Karten.
Ob der französische Herausforderer liefern kann, was er verspricht, steht auf einem anderen Blatt. Palantir hat jahrelang Behörden und Verteidigungsministerien mit tief integrierten Systemen ausgestattet. So etwas ersetzt man nicht in einem Quartal.
+7 Prozent gestern, minus 21 Prozent im Jahr
An der Börse sieht die Welt derweil anders aus. Die Palantir-Aktie legte am gestrigen Handelstag gut 7 Prozent zu, auf Sicht von 30 Tagen sind es sogar knapp 14 Prozent. Nur: Wer die Aktie zu Jahresbeginn gekauft hat, sitzt noch immer auf einem Minus von rund 21,6 Prozent. Die 52-Wochen-Spanne reicht von gut 106 bis über 207 US-Dollar, was ungefähr alles über die Stimmungslage der Anleger sagt.
Der nächste Earnings-Termin ist erst Ende Oktober. Bis dahin bleibt Palantir das, was es schon immer war: ein Unternehmen, das man entweder liebt oder fürchtet. In Europa kippt die Balance gerade.
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