Palantir verliert weiter an Boden. Die Aktie rutschte heute um 4,36 Prozent auf 110,68 Euro ab. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 23 Prozent. Damit notiert das Papier tief unter dem Rekordhoch vom vergangenen November. Das operative Geschäft wächst zwar rasant. Die Stimmung kühlt trotzdem ab. Der Markt bewertet KI-Software-Titel derzeit branchenweit neu.
Die entscheidende Frage: Hält das US-Wachstum?
Im Mai meldete Palantir noch ein Rekordquartal. Das US-Geschäft wuchs im Vorjahresvergleich um 104 Prozent. Der Gesamtumsatz kletterte zeitgleich um 85 Prozent.
Daraufhin hob das Management die Jahresprognose an. Das Unternehmen erwartet nun einen US-Gewerbeumsatz von mehr als 3,2 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Wachstumsrate von mindestens 120 Prozent. Erreicht Palantir diese selbst gesteckten Ziele? Der nächste Quartalsbericht liefert die Antwort. Er wird über die nächste große Kursbewegung entscheiden.
Bullenszenario: Starkes Momentum und Analysten-Lücke
Die fundamentalen Daten verbessern sich rasant. Der Aktienkurs hat sich jedoch von den Analystenzielen abgeleitet. Im Schnitt sehen Experten ein Kurspotenzial von rund 45 Prozent. Diese Lücke könnte sich schnell schließen. Dafür muss das zweite Quartal die starke Entwicklung bestätigen.
Die Wall Street fordert klare Beweise. Palantir muss das kommerzielle Wachstum nach der ersten Welle der KI-Adoption aufrechterhalten. Gelingt das, ändert sich die Wahrnehmung der Investoren. Sie könnten Palantir endgültig als führenden Anbieter für Unternehmens-KI sehen. Bisher galt der Konzern oft als reiner Regierungsauftragnehmer.
Die Folge: Optimisten werten den aktuellen Rücksetzer als Einstiegschance. Parallel dazu hat sich über dem 52-Wochen-Tief von 93,30 Euro erste technische Unterstützung gebildet.
Bärenszenario: Das Risiko der hohen Bewertung
Kritiker verweisen auf die extreme Bewertung. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis bleibt eines der höchsten im gesamten Tech-Sektor. Auch das Chartbild wirkt stark angeschlagen. Der langfristige Durchschnittskurs verläuft bei 133,80 Euro. Er liegt damit gut 17 Prozent über dem aktuellen Preis. Der mittelfristige Trend zeigt klar nach unten.
Die annualisierte Volatilität erreicht fast 55 Prozent. Das verspricht heftige Kursausschläge rund um die nächsten Zahlen. Verlangsamt sich das US-Wachstum, droht ein massiver Verkaufsdruck. Das Management hat die Prognosen dieses Jahr bereits angehoben. Verfehlt Palantir nun diese ehrgeizigen Ziele, dürfte der Markt harte Strafen verteilen.
Ausblick: Der Bericht im August setzt die Richtung
Palantir muss in den kommenden Wochen liefern. Übertrifft das US-Wachstum die angepeilten 120 Prozent, kann sich der Kurs stabilisieren. Dann öffnet sich der Weg in Richtung der Widerstandszone bei 133 Euro. Schwächelt das Wachstum hingegen, droht ein weiterer Abrutsch.
Der RSI-Wert von 48,6 zeigt derzeit neutrales Terrain. Die Aktie ist weder überkauft noch überverkauft. Der nächste konkrete Impuls folgt Anfang August mit den Quartalszahlen. Das Management muss dann seine aggressiven Wachstumsziele mit echten Daten untermauern.
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