Die Schweizer Großbank UBS hat Palantir als einen ihrer bevorzugten Technologiewerte hervorgehoben und verweist auf attraktive Bewertungsniveaus sowie robuste operative Wachstumstreiber.
Zeitgleich treibt das Softwareunternehmen seine Expansion abseits traditioneller Regierungskontrakte voran: Mit der US-Restaurantkette Chipotle Mexican Grill testet ein prominenter Neukunde Palantirs Plattform Foundry zur Überwachung von Standards in der Lebensmittelsicherheit.
Pilotprojekt in der Systemgastronomie
Chipotle erprobt den Einsatz der Datenplattform, um Risikobewertungen für einzelne Restaurantfilialen zentral zu bündeln. Die Software führt behördliche Gesundheitsinspektionen, interne Schädlingsberichte sowie Krankmeldungen von Mitarbeitern zusammen, um potenzielle Zwischenfälle frühzeitig zu erkennen. Laurie Schalow von Chipotle bestätigte den Testbetrieb.
Mit diesem Schritt demonstriert Palantir die Übertragbarkeit seiner Dateninfrastruktur auf rein zivile Abläufe. Das Unternehmen, das seine Wurzeln und bedeutende Umsatzanteile im militärischen und nachrichtendienstlichen Bereich hat, forciert seit Längerem die Vermarktung an Konzerne aus der Konsumgüter- und Dienstleistungsindustrie.
Personell verstärkte sich der Softwareanbieter in Europa zudem mit Lord Tom Watson, dem früheren stellvertretenden Vorsitzenden der britischen Labour-Partei, der als Senior Vice President bei Palantir UK anheuerte.
Kommerzielles Segment treibt das Wachstum
Die operative Entwicklung im Privatkundengeschäft untermauert diesen strategischen Schwerpunkt. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Konzernumsatz im Jahresvergleich um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar. Getragen wurde diese Dynamik maßgeblich von den kommerziellen Kunden in den USA, deren Erlöse um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar nach oben schossen.
Palantir hob infolge der Geschäftsentwicklung seine Jahresprognose für 2026 an und rechnet nun mit Erlösen in Höhe von 8,16 Milliarden Dollar. Die bereinigte operative Marge erreichte im Berichtsquartal 62 Prozent. Das Zusammenspiel aus bestehenden Regierungsmandaten und dem wachsenden Interesse privater Unternehmen an Analysemethoden für komplexe Datenmengen sorgt für eine anhaltend hohe Auslastung der Plattformkapazitäten.
Hohe Kursziele der Analysten
Am Kapitalmarkt stößt diese Entwicklung auf positive Resonanz. UBS-Analyst Keirstead schraubte das Kursziel für Palantir nach der Kundenkonferenz AIPCon auf 250 Dollar nach oben. Auch das Analysehaus D.A. Davidson hob den Zielwert nach der Konferenz auf dasselbe Niveau an.
An der Börse ging die Aktie am Freitag bei einem Schlusskurs von 154,58 Euro aus dem Handel. Trotz der kräftigen Aufwärtsbewegung der vergangenen Monate trennt das Papier noch ein Abstand von 14 Prozent vom 52-Wochen-Hoch bei 179,98 Euro.
Bei einer Marktkapitalisierung von 368,71 Milliarden Euro blicken die Anleger gespannt darauf, ob weitere Großkunden aus der Privatwirtschaft dem Beispiel des Systemgastronomen folgen und die kommerzielle Basis weiter verbreitern werden.
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