Palantir hat am Dienstag den kompletten Kursgewinn vom Vortag wieder abgegeben. Die Aktie fiel um 6,55 Prozent auf 108,12 Euro. Auslöser war ein breiter Ausverkauf bei Tech- und KI-Werten weltweit.
Chip-Crash in Asien reißt Palantir mit
Der Kurssturz fiel zusammen mit heftigen Verlusten bei asiatischen Chip- und Technologiewerten. Samsung verlor am Montagmorgen mehr als 7 Prozent, SK Hynix brach um über 9 Prozent ein. Der südkoreanische Leitindex KOSPI rutschte um 7,24 Prozent ab.
Die Unruhe schwappte auf US-Techwerte über. Hochbewertete KI-Softwareaktien wie Palantir gerieten mit dem gesamten Sektor unter Druck.
Noch am Montag hatte die Aktie 5 Prozent zugelegt. Die Investmentbank Oppenheimer hatte ihr Rating „Outperform“ bestätigt und das Kursziel bei 200 Dollar belassen, kurz vor den anstehenden Quartalszahlen. Diese Rally ist nun komplett verpufft.
Burry hält an seiner Wette fest
Zur schwachen Stimmung trägt auch der bekannte Leerverkäufer Michael Burry bei. Er hat seine bearishen Positionen bei mehreren großen Chipwerten ausgebaut, hält aber auch an seinen bestehenden Shorts gegen Tesla und Palantir fest.
Bei Tesla bleibt Burry laut eigenen Angaben in der Position, statt sie aufzulösen. Auch seine negative Haltung zu Palantir hat sich nicht geändert. Berichten zufolge baut er die Wette sogar aus, kurz bevor Palantir kommende Woche seine Zahlen vorlegt.
Wall Street bleibt mehrheitlich optimistisch
Trotz der Kursschwankungen sehen mehrere Analysten dem Bericht positiv entgegen. Oppenheimer bekräftigte am 27. Juli sein Kursziel von 200 Dollar. Das Umsatzwachstum könnte die Prognose des Managements von 79 Prozent übertreffen, so die Einschätzung. Möglich sei sogar eine erneute Anhebung der Jahresprognose.
DA Davidson stufte die Aktie bereits am 2. Juli auf „Buy“ hoch, mit einem Kursziel von 175 Dollar. Begründet wurde dies mit der erweiterten Partnerschaft mit Nvidia für souveräne KI-Modelle im Auftrag von US-Behörden.
Andere Stimmen warnen vor einer bereits überzogenen Bewertung. Citigroup senkte sein Kursziel in der vergangenen Woche von 225 auf 200 Dollar und verwies auf eine schrumpfende Bewertungsmultiplikator. Zusätzlich belasten jüngste Insiderverkäufe die Stimmung: Der Technikvorstand von Palantir verkaufte Aktien im Wert von rund 24 Millionen Dollar, ein weiteres Vorstandsmitglied trennte sich von Anteilen über 2 Millionen Dollar.
Zahlen mit hoher Messlatte
Der nächste Quartalsbericht steht in den ersten Augusttagen an. Analysten erwarten einen Umsatz von 1,81 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,28 Dollar – ein Plus von 115,4 Prozent gegenüber 0,13 Dollar im Vorjahr.
Besonders im Blick steht der freie Cashflow. Im ersten Quartal lag dieser bei 925 Millionen Dollar und setzt damit einen hohen Maßstab für die kommenden Quartale.
Der Optionsmarkt rechnet mit heftigen Ausschlägen. Für den 3. August preisen Händler eine Kursbewegung von rund 15 Prozent in beide Richtungen ein.
Die Aktie notiert derzeit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 114,19 Euro und liegt knapp 40 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom 3. November. Der Dienstag zeigt einmal mehr, wie empfindlich Palantir auf Stimmungsschwankungen am Gesamtmarkt reagiert – ausgerechnet in der Woche vor einem Zahlenwerk, das über die nächste Kursrichtung entscheiden dürfte.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
