Palantir hat operativ geliefert, der Kurs bleibt dennoch unter Druck. Der Grund liegt weniger in den Quartalszahlen als im Zinsmarkt: Hartnäckige US-Erzeugerpreise treiben die Renditen nach oben und belasten hoch bewertete Wachstumsaktien. Für Palantir ist das besonders heikel, weil ein großer Teil der Bewertung auf künftigen Softwaregewinnen basiert.
Die Aktie notiert am Montag bei 113,72 Euro und verliert 1,44 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 20,53 Prozent zu Buche. Der Abstand zur langfristigen Durchschnittslinie bleibt damit deutlich.
Zinsen drücken die Bewertung
Der April-Bericht zu den US-Erzeugerpreisen hat die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,49 Prozent getrieben. Erwartungen an Zinssenkungen im laufenden Jahr wurden dadurch weiter zurückgedrängt.
Bei Palantir wirkt dieser Mechanismus direkt. Das Unternehmen verkauft langfristige Softwareverträge, deren Wert stark an erwarteten Zahlungsströmen in der Zukunft hängt. Steigt der Diskontsatz, sinkt der heutige Wert dieser Gewinne. Genau deshalb reagieren hoch bewertete Softwaretitel sensibel auf Renditesprünge.
Rekordquartal reicht nicht
Fundamental war das jüngste Quartal stark. Palantir erzielte einen Umsatz von 1,63 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,33 Dollar. Beide Werte lagen über den Erwartungen.
Das Wachstum war außergewöhnlich. Der Umsatz legte um 85 Prozent zu, das bereinigte Ergebnis je Aktie um 154 Prozent. Es war bereits das elfte Quartal in Folge mit beschleunigtem Umsatzwachstum.
Der wichtigste Treiber blieb das US-Geschäft mit Unternehmenskunden, das um 133 Prozent wuchs. Auch der Regierungsbereich legte deutlich zu und bleibt ein zentraler Pfeiler des Modells. Der verbleibende Vertragswert stieg auf 11,8 Milliarden Dollar.
Der Ausblick verschärft den Bewertungsstreit. Für das laufende Quartal peilt das Management rund 1,8 Milliarden Dollar Umsatz an, für das Gesamtjahr etwa 7,65 Milliarden Dollar. Das wäre ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr.
Analysten und Insider im Blick
Die Einschätzungen der Analysten liegen weit auseinander:
- Rosenblatt: Kursziel 225 Dollar
- Wedbush: Kursziel 230 Dollar
- RBC Capital: Kursziel 90 Dollar
- DA Davidson: Kursziel 165 Dollar
Diese Spreizung zeigt die zentrale Debatte. Palantir wächst extrem schnell, handelt aber mit einem hohen Bewertungsaufschlag. Bei etwa dem 97-Fachen der erwarteten Gewinne lässt der Markt kaum Raum für Enttäuschungen.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen Insiderverkäufe. Das Verhältnis von Verkäufen zu Käufen lag zuletzt bei 9,3 zu 1. Peter Thiel veräußerte im März an einem Tag mehr als 2 Millionen Aktien.
Solche Transaktionen sind kein belastbares Signal für die operative Entwicklung. In dieser Kombination fallen sie aber auf: Rekordzahlen, hohe Bewertung, fallender Kurs und Verkäufe aus dem Führungskreis. Der Nettoverkaufswert der vergangenen 90 Tage lag über 43,7 Millionen Dollar.
Der nächste Termin kommt schnell: Am 19. Mai spricht Rosenblatt-Analyst John McPeake mit dem Management in New York. Kurz darauf folgt die Hauptversammlung, bei der zwei Anträge zu menschenrechtlicher Prüfung im Verteidigungsgeschäft zur Abstimmung stehen.
Der nächste harte Prüfstein sind die Quartalszahlen im August. Dann zählt nicht die Erzählung rund um KI-Plattformen, sondern die Umsetzung des Rekord-Auftragsbestands in Umsatz. Hält Palantir das Tempo, kann die Bewertung wieder Rückendeckung bekommen; bei nachlassender Dynamik bleibt der Renditeanstieg das stärkere Argument.
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