PageGroup Aktie: Rally nach Stabilisierung

PageGroup verzeichnet nach monatelangem Kursverfall einen deutlichen Anstieg, da die Umsatzrückgänge im zweiten Quartal deutlich nachlassen.

Auf einen Blick:
  • Aktie steigt um rund 9 Prozent
  • Bruttogewinnrückgang verlangsamt sich
  • Premium-Sparte Page Executive mit Rekordquartal
  • Operatives Gewinnziel für 2026 bestätigt

Monatelang ging es für PageGroup nur in eine Richtung: nach unten. Über sechs Monate verlor die Aktie rund 37 Prozent, binnen eines Jahres sogar rund die Hälfte ihres Wertes. An diesem Montag kippt das Bild abrupt — der Kurs springt um rund 9 Prozent auf etwa 140 Pence, nachdem der Personalvermittler seine Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt hat.

Der Auslöser ist keine Gewinnexplosion, sondern das Ausbleiben einer weiteren Verschlechterung. Der Bruttogewinn sank im zweiten Quartal nur noch um 0,2 Prozent auf 197,6 Millionen Pfund in konstanten Währungen — nach einem Rückgang von 4,9 Prozent im ersten Quartal. Für das erste Halbjahr steht ein Minus von 2,4 Prozent auf 385,2 Millionen Pfund. Nach mehreren Quartalen mit deutlichen Einbußen wertet der Markt das als Signal, dass sich der Abwärtstrend in der Rekrutierungsbranche allmählich stabilisiert.

Page Executive als Zugpferd

Besonders auffällig: Die Premium-Sparte Page Executive für Führungskräfte-Vermittlung erzielte mit einem Umsatzplus von 15 Prozent ihr bislang bestes Quartal. Vorstandschef Nicholas Kirk beschreibt die Strategie hinter der Marke als Nische zwischen klassischen Personalvermittlern und den großen globalen Executive-Search-Häusern — eine Lücke, die PageGroup nach eigener Einschätzung noch nicht ausgeschöpft hat.

Auch die Produktivität zieht an. Der Bruttogewinn je Berater stieg um 5 Prozent und erreichte damit den höchsten Quartalswert seit 2022. Die USA verzeichneten das siebte Wachstumsquartal in Folge, Asien-Pazifik das fünfte. Getragen wird die Erholung nach Unternehmensangaben weniger von mehr offenen Stellen als von einer besseren Umwandlungsquote bestehender Angebote in tatsächliche Platzierungen.

Nicht überall läuft es rund. Frankreich brach im Quartal um 12 Prozent ein, belastet von politischer Unsicherheit. Der Nahe Osten sackte um 24 Prozent ab, gebremst durch die regionale Konfliktlage. Großbritannien blieb mit einem Rückgang von 5,3 Prozent schwach, zeigt laut Management aber erste Anzeichen einer Belebung in den Bereichen Page Executive, Interim und Technologie.

Bilanziell steht der Konzern solide da: Die Nettoverschuldung lag Ende Juni bei 7 Millionen Pfund, zum Jahresende wird eine Nettoliquidität zwischen 30 und 40 Millionen Pfund erwartet. Kosteneinsparungen aus Standortverlagerungen, Bürostilllegungen und dem Abbau von Führungsebenen summieren sich annualisiert auf rund 40 Millionen Pfund. Für 2026 hält der Vorstand am Konsens-Ziel von rund 28 Millionen Pfund operativem Gewinn fest — einmalige Umbaukosten im mittleren einstelligen Millionenbereich, hälftig auf beide Halbjahre verteilt, bremsen den Durchbruch bei der operativen Marge vorerst.

Der nächste Prüfstein folgt am 6. August 2026 mit den Halbjahreszahlen. Dann dürfte sich zeigen, ob die Stabilisierung in Frankreich, Großbritannien und im Nahen Osten anhält oder ob die Erholung in den USA und Asien allein reicht, um den Konzern durch ein weiterhin unsicheres zweites Halbjahr zu tragen.

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