Der US-Lkw-Bauer Paccar hat am Dienstag ein solides zweites Quartal vorgelegt — und trotzdem gaben die Aktien im vorbörslichen Handel leicht nach. Ein Widerspruch, der sich schnell auflöst: Die Zahlen selbst liefern keinen Anlass zur Sorge, der Markt scheint eher auf die verhaltene Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr zu schauen.
Der Nettogewinn kletterte im zweiten Quartal auf 752,0 Millionen Dollar beziehungsweise 1,43 Dollar je Aktie, nach 723,8 Millionen Dollar oder 1,37 Dollar im Vorjahresquartal. Die Erlöse aus Fahrzeugverkäufen und Finanzdienstleistungen stiegen auf 7,55 Milliarden Dollar von 7,51 Milliarden Dollar. Firmenchef Preston Feight verwies auf einen Gewinnsprung von 24 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026, getragen von höheren Bauraten infolge starker Auftragseingänge und verbesserter Frachtraten.
Parts-Sparte liefert Rekordzahlen
Besonders stark entwickelte sich das Ersatzteilgeschäft: PACCAR Parts erzielte mit 1,75 Milliarden Dollar einen Rekordumsatz, das Vorsteuerergebnis der Sparte lag bei 417,0 Millionen Dollar. Weltweit lieferte der Konzern im Quartal 38.700 Lastwagen aus. Für das erste Halbjahr 2026 steht ein Nettogewinn von 1,36 Milliarden Dollar zu Buche, nach 1,23 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum — dieser Wert war allerdings durch eine Sonderbelastung von 264,5 Millionen Dollar nach Steuern im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit in Europa gedrückt.
Die Halbjahreserlöse gingen dennoch von 14,95 auf 14,32 Milliarden Dollar zurück, was den Effekt der Sonderbelastung im Vorjahr relativiert. Operativ floss im ersten Halbjahr ein Cashflow von 1,67 Milliarden Dollar in die Kasse, bei Investitionen von 274,2 Millionen Dollar in Sachanlagen und Forschung.
Frachtraten und Emissionsregeln als Treiber
Für den weiteren Jahresverlauf rechnet PACCAR mit US- und kanadischen Class-8-Neuzulassungen zwischen 230.000 und 270.000 Fahrzeugen, während der europäische Markt oberhalb der 16-Tonnen-Klasse auf 290.000 bis 330.000 Einheiten geschätzt wird. Steigende Frachtraten und ein zunehmendes Durchschnittsalter der Fuhrparks liefern nach Unternehmensangaben Kaufanreize für Flottenerneuerungen. Am 9. Juli hatte die US-Umweltbehörde EPA zudem Klarstellungen zu Emissionsvorschriften veröffentlicht, die Kunden bei Kaufentscheidungen für die zweite Jahreshälfte 2026 und für 2027 Orientierung geben sollen.
Die Kombination aus Rekord-Parts-Geschäft, robusten Margen im Finanzdienstleistungssegment und einer klareren regulatorischen Lage bildet die Basis, auf der PACCAR seine Prognosen für die zweite Jahreshälfte aufbaut.
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