Paccar Aktie: DAF startet neue Lkw-Generation in Australien

Symbolbild, KI-generiert

Paccar bringt neue DAF-Lkw nach Australien, während offene US-Abgasvorgaben Bestellungen bremsen und eine Sammelklage zugelassen bleibt.

Auf einen Blick:
  • Neue DAF-Modellgeneration startet in Australien
  • EPA-Vorschlag zu NOx-Grenzen noch offen
  • US-Class-8-Aufträge bleiben verhalten
  • Richter lässt Sammelklage weiter zu

Die Unsicherheit über künftige US-Emissionsstandards bremst derzeit den Bestelleingang im nordamerikanischen Nutzfahrzeugsektor, während die Hersteller ihre Modellpaletten für die kommenden Jahre aufstellen.

Der US-Nutzfahrzeugkonzern Paccar reagiert auf das anspruchsvolle Marktumfeld mit internationalen Produktpremieren, muss sich parallel dazu jedoch mit juristischen Auseinandersetzungen am Heimatmarkt befassen.

An den Finanzmärkten spiegelt sich die Zurückhaltung wider: Die Paccar-Aktie ging am Freitag mit einem Schlusskurs von 97,41 Euro aus dem Handel und notiert damit 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 123,00 Euro.

Australien-Premiere für DAF und gestaffelter Übergang bei Motoren

Auf internationaler Ebene treibt der Konzern die Erneuerung seiner Flotte voran. Über seine europäische Marke DAF startete Paccar gestern in Australien den Marktstart einer neuen Lkw-Generation, die das Unternehmen als umfassendste Überarbeitung seit über drei Jahrzehnten einstuft.

Das Angebot erstreckt sich über die Modellreihen XB, XD, XF und XG. Für das Flaggschiff XG kommt dabei ein gemeinsam mit Cummins entwickelter 15-Liter-Motor namens PX-15 zum Einsatz, der bis zu 660 Pferdestärken und 3.200 Newtonmeter Drehmoment leistet. Eine Roadshow durch australische Händlerstandorte läuft bis Dezember.

Zugleich steht der Konzern in Nordamerika vor dem Übergang zu neuen Stickoxid-Grenzwerten für das Modelljahr 2027. Die US-Umweltbehörde EPA hat ihren Regelungsvorschlag, der den NOx-Grenzwert bei 35 Milligramm je Brems-Pferdestärkenstunde ansetzt, noch nicht finalisiert.

Um Flottenbetreibern Flexibilität zu bieten, plant Paccar eine gestaffelte Markteinführung der Motoren für das Modelljahr 2027. Paccar-Chef Preston Feight hatte bereits dargelegt, dass Kunden einen schrittweisen Wechsel bevorzugen.

Auswertungen der Branchenbeobachter FTR und ACT Research verdeutlichen die Tragweite des Themas: Die vorläufigen Class-8-Nettoaufträge für Nordamerika bewegten sich im September zwischen 18.700 und 21.300 Einheiten. Solange die regulatorischen Vorgaben und Kostenfolgen nicht abschließend feststehen, bleiben viele Spediteure bei Neubestellungen vorsichtig.

Juristischer Dämpfer in Washington und Umwandlung von Vorstandsbezügen

Neben den operativen Weichenstellungen muss Paccar eine juristische Hürde nehmen. Am Freitag wies ein Bundesrichter im Bundesstaat Washington den Antrag des Unternehmens ab, eine vorgeschlagene Sammelklage wegen mutmaßlicher Mängel an Dieselmotoren abzuweisen. Das Gericht verwarf das Paccar-Argument, wonach der US Clean Air Act derartige Ansprüche verdränge, und stufte den Vorwurf von Verstößen gegen die Motorgarantie als plausibel dargelegt ein.

Trotz der rechtlichen und regulatorischen Fragezeichen setzen Führungskräfte auf Anteile am eigenen Unternehmen. Laut Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC erwarben die Paccar-Direktoren Luiz Antonio Dos Santos Pretti und Pierre R. Breber zum Monatsanfang jeweils über 193 beziehungsweise knapp 455 aktienbezogene Vergütungseinheiten im Rahmen ihres Plans für aufgeschobene Barbezüge. Die Einheiten sind nach dem Ende ihrer Mandate im Verhältnis eins zu eins in Paccar-Stammaktien wandelbar.

Mit einem 14-tägigen Relative-Stärke-Index von 29,4 befindet sich der Titel technisch im überverkauften Bereich. Ob der Konzern die Margenstabilität halten kann, wird maßgeblich vom weiteren Verlauf der EPA-Entscheidung und der Nachfrageentwicklung im laufenden Schlussquartal abhängen.

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