Oxford Square Capital Aktie: 150-Millionen-ATM-Programm belastet

Insiderkäufe können Kursrutsch von Oxford Square Capital nicht stoppen. Quartalsverluste und Verwässerungsrisiko belasten die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über 7 Prozent an einem Tag
  • Führungskräfte kaufen Aktien nahe Tiefstkursen
  • Neues Aktienprogramm erhöht Verwässerungsrisiko
  • Quartalsverluste belasten Nettoinventarwert

Oxford Square Capital steckt in einer heiklen Lage. Die Aktie fällt scharf, obwohl Führungskräfte nahe der Tiefs eigene Papiere gekauft haben. Genau darin liegt der Kernkonflikt: Vertrauen aus dem Management trifft auf schwache Quartalszahlen, hohe Ausschüttungen und neue Spielräume für Aktienverkäufe am Markt.

Am Freitag schloss der Titel bei 1,10 Euro, ein Tagesminus von 7,17 Prozent. Über den vergangenen Monat summiert sich der Rückgang auf 32,10 Prozent.

Technisch wirkt der Absturz bereits überdehnt. Der RSI liegt bei 30,2 und damit nahe dem Bereich, den viele Marktteilnehmer als überverkauft einstufen. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,45 Euro zeigt, wie weit sich der Kurs kurzfristig von seinem Trend entfernt hat.

Insiderkäufe treffen auf Verwässerungssorgen

Auffällig sind die jüngsten Käufe aus dem Führungskreis. Unter anderem Direktor und Präsident erwarben jeweils mehr als 144.000 Aktien zu rund 1,27 Dollar. Solche Transaktionen werden am Markt oft als Vertrauenssignal gelesen, besonders wenn sie nahe mehrjähriger Tiefs stattfinden.

Der positive Effekt hat aber einen Gegenspieler. Oxford Square Capital hat Anfang Mai ein aufgefrischtes At-the-Market-Programm eingereicht, über das Stammaktien im Volumen von bis zu 150 Millionen Dollar verkauft werden können. Als Verkaufsagenten agieren Lucid Capital Markets und Ladenburg Thalmann.

Die Vergütung der Agenten liegt beim niedrigeren Wert aus 2,0 Prozent oder dem Abstand zum Nettoinventarwert. Damit bleibt dem Unternehmen Flexibilität bei der Kapitalaufnahme, für bestehende Aktionäre bedeutet das aber potenziell Verwässerung.

Bis Ende April standen rund 93,5 Millionen Aktien aus. Im früheren ATM-Programm wurden etwa 37,8 Millionen Aktien verkauft und brutto rund 96,0 Millionen Dollar erlöst. Das zeigt: Dieses Instrument ist für Oxford Square Capital kein theoretischer Notfallhebel, sondern ein wiederholt genutzter Finanzierungskanal.

Quartal mit schweren Verlusten

Operativ war das erste Quartal schwach. Der Nettoanlageertrag lag bei 4,1 Millionen Dollar, das entspricht 0,05 Dollar je Aktie. Die Ausschüttungen von 0,105 Dollar je Aktie lagen damit klar über dem laufenden Ergebnis.

Genau diese Lücke sorgt für Diskussionen. Eine Business Development Company lebt von planbaren Erträgen und verlässlichen Ausschüttungen. Wenn die Auszahlung über dem Ertrag liegt, steigt der Druck auf Kapitalbasis, Portfolioqualität und künftige Dividendenpolitik.

Im Portfolio fielen realisierte Nettoverluste von 30,7 Millionen Dollar an. Dem standen nur unrealisierte Gewinne von 1,1 Millionen Dollar gegenüber, was die Nettovermögenswerte aus dem operativen Geschäft um 25,5 Millionen Dollar belastete.

Der Nettoinventarwert je Aktie sank von 1,69 auf 1,32 Dollar. Auch die Ertragsseite gab nach: Die gesamten Anlageerträge lagen bei 8,9 Millionen Dollar, nach 10,4 Millionen Dollar im Vorquartal.

Ein zusätzlicher Dämpfer kommt über die Renditekennzahl. Die gewichtete Durchschnittsrendite der Anlagen zu aktuellen Kosten fiel von 11,3 auf 10,8 Prozent. Das ist kein Einbruch, aber in Kombination mit hohen Ausschüttungen und realisierten Verlusten ein sensibles Signal.

Ausschüttung bleibt politisch brisant

Die Bewertung hat sich vom Abschlag zu einer Prämie von rund 30 Prozent auf den Nettoinventarwert verschoben. Das macht die Debatte über Überausschüttungen noch schärfer, weil der Markt dem Portfolio trotz der jüngsten Verluste weiterhin einen Aufpreis zugesteht.

Der Verwaltungsrat hält vorerst an monatlichen Zahlungen fest. Für die Monate bis September sind jeweils 0,035 Dollar je Aktie beschlossen. Kurzfristig stützt das die Renditeerzählung, mittelfristig erhöht es den Bedarf an stabilen Erträgen.

Oxford Square Capital ist stark in CLO-Strukturfinanzierungen engagiert. CEO Jonathan H. Yonan verwies auf Abflüsse aus US-Kreditfonds von etwa 5,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal. Das Umfeld bleibt damit widersprüchlich: hohe Basiszinsen stützen Erträge, Zinskurs und Handelspolitik können die nächsten Monate aber belasten.

Auch der Chart zeigt Stress. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,56 Euro, der Kurs notiert deutlich darunter. Das 52-Wochen-Tief von 0,89 Euro bleibt die zentrale Marke auf der Unterseite, während die Q2-Zahlen im August den nächsten fundamentalen Prüfstein liefern.

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