Erstmals seit dem Börsengang 2016 erwirtschaftet OVHcloud einen positiven Free Cashflow nach Schuldendienst. Für das neue Geschäftsjahr stellt Gründer und Chef Octave Klaba zudem zweistelliges Wachstum in Aussicht. Die Aktie legte am Dienstag im frühen Handel deutlich zu, zeitweise um rund 8 bis 10 Prozent.
Zahlen über den eigenen Zielen
Der Umsatz für das Geschäftsjahr bis Ende August stieg auf 1,145 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte wuchs er um 7,2 Prozent und lag damit über der eigenen Prognosespanne von 5 bis 7 Prozent. Im vierten Quartal beschleunigte sich das Wachstum auf 10,5 Prozent, es war das stärkste Quartal seit fast zwei Jahren.
Das bereinigte EBITDA kletterte um 9,7 Prozent auf 480,5 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 42 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 9,4 Millionen Euro, nach 0,4 Millionen im Vorjahr. Der Free Cashflow nach Zinsen und Leasing betrug 24,7 Millionen Euro, nach minus 27 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Klaba verwies auf die Hebelwirkung: Mehr als 70 Prozent des zusätzlichen Umsatzes landeten im EBITDA. Das sei außergewöhnlich und kein Maßstab für 2027.
Public Cloud zieht, Frankreich bremst
Treiber war die Public Cloud mit einem Plus von 18,9 Prozent, im Schlussquartal sogar 24,3 Prozent. Das Private-Cloud-Geschäft, mit 60 Prozent Umsatzanteil der größte Bereich, legte nach schwachem Vorjahr zu. Auch das Webcloud-Geschäft profitierte, vor allem von stark gestiegener Nachfrage nach Domainnamen.
Preiserhöhungen kamen hinzu, um höhere Komponentenkosten weiterzugeben. Laut Management gab es bislang keine Abwanderung. Wie stark die Preisanpassung ins Wachstum einfließt, ließ Klaba offen. Er will zunächst ein bis zwei Quartale abwarten.
Schwach bleibt Frankreich. Politische Unsicherheit macht manche Kunden zögerlich, die Kundengewinnung läuft dennoch gut.
Ausblick mit Vorsicht
Für 2027 peilt OVHcloud mehr als 10 Prozent organisches Wachstum an, dazu eine EBITDA-Marge über 42,5 Prozent und einen weiter positiven Free Cashflow. Die Kapitalrendite soll über 9 Prozent liegen, die Verschuldung bei höchstens dem 2,7-Fachen des EBITDA. Die Investitionsprognose strich das Unternehmen, um flexibel zu bleiben. Klaba nannte die Ziele bewusst konservativ.
Bei KI setzt OVHcloud auf fünf Stufen von GPU-Infrastruktur bis zur Plattform OVHai Workspace. Bei den GPUs bleibt das Management vorsichtig, die Nachfrage soll erst getestet werden. Details zur KI-Strategie folgen auf einem Gipfel am 19. November. Zum 1. Dezember tritt zudem ein neuer Finanzchef an, der die Interimslösung ablöst.
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