Ein Exportauftrag in Milliardenhöhe sorgt bei Otokar für deutliche Kursgewinne. Das türkische Unternehmen meldete am heutigen Donnerstag den Abschluss eines Exportvertrags über 1.472.080.360 US-Dollar.
Vereinbart wurden die Lieferung verschiedener Radpanzerfahrzeuge sowie integrierte Logistikleistungen. An der Börse reagierten die Marktteilnehmer prompt: Das Papier kletterte heute um 10,0% auf 309,50 TRY, nachdem es gestern noch bei 281,50 TRY aus dem Handel gegangen war.
Bedingungen und Zeitplan der Lieferungen
Das Abkommen besitzt eine Gesamtlaufzeit von sieben Jahren, ist vor dem operativen Beginn allerdings an klare Auflagen gebunden. Der Vertrag tritt erst nach den behördlichen Genehmigungen, dem Abschluss der erforderlichen Bürgschaftsverfahren sowie dem Eingang einer vereinbarten Vorauszahlung in Kraft. Im Rahmen der Vereinbarung soll Otokar Garantien und Bürgschaften in Höhe von insgesamt 441.624.108 US-Dollar stellen.
Verläuft der Genehmigungsprozess nach Plan, sollen die ersten Auslieferungen der Radpanzer im Jahr 2027 anlaufen. Die Übergabe der Einheiten ist anschließend gestaffelt über einen Zeitraum von drei Jahren in mehreren Tranchen vorgesehen. Das Vorhaben bindet somit wesentliche Produktions- und Logistikkapazitäten des Unternehmens bis zum Ende des Jahrzehnts.
Wechsel an der Ressortspitze für Militärfahrzeuge
Die Bekanntgabe des Großauftrags fällt zeitlich mit einer personellen Weichenstellung an der Spitze der Rüstungssparte zusammen. Medienberichten zufolge schied Uğur Sedef Vehbi am gestrigen Mittwoch aus Altersgründen aus seiner Funktion als stellvertretender Generaldirektor für Militärfahrzeuge aus. Die Verantwortung für das Ressort übernimmt mit dem heutigen 1. Oktober Tamer Sırcalı.
Der neue Bereichsleiter übernimmt die Führung der Sparte damit direkt mit dem Eintritt in die Umsetzungsphase des neuen Exportprogramms. Seine Aufgabe wird vor allem darin bestehen, die vereinbarten vertraglichen Meilensteine abzuarbeiten und die Fertigungskette für den Lieferstart im Jahr 2027 aufzustellen.
Auslastung im Werk Sakarya steigt
Parallel zum Militärgeschäft forciert das Unternehmen auch seine zivile Fertigung. Am 22. September meldeten Daimler Buses und Mercedes-Benz Türk den Produktionsstart des Stadtbusses Mercedes-Benz Conecto im Otokar-Werk in Sakarya. Die Fertigung erfolgt im Rahmen einer Partnerschaft, die bereits im Jahr 2025 vereinbart worden war.
Erste Kundenauslieferungen aus dieser Buskooperation sind für das erste Halbjahr 2027 avisiert. Zusammen mit dem neuen Großauftrag über die Radpanzer verfügt der Standort Sakarya damit über eine mehrjährige Auslastungspipeline, die sowohl den zivilen Nutzfahrzeugbau als auch die Wehrtechnik umfasst.
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