Otis Worldwide hat ein Problem, das sich mit einem günstigen Kurs allein nicht lösen lässt. Wolfe Research hat die Aktie am Mittwoch von Outperform auf Peer Perform zurückgestuft, und Analyst Nigel Coe macht keinen Hehl daraus, warum: Das Management hat den Ausblick für das erste Halbjahr 2026 um rund sieben bis acht Prozent gesenkt, und Wolfe kürzt nun die eigene EPS-Schätzung auf etwa 4,17 Dollar. Der Konsens liegt noch bei rund 4,31 Dollar. Kein dramatischer Unterschied, aber eben einer, der Vertrauen kostet.
Margen unter Druck – ausgerechnet jetzt
Was Coe besonders beschäftigt, ist die Margenseite. Höhere Investitionsausgaben, Kosteninflation, operative Probleme. Dazu kommen Maßnahmen zur Verbesserung der Servicequalität, mehr Mechaniker-Einstellungen, der Versuch, verlorene Wartungsverträge zurückzugewinnen. All das drückt auf die Profitabilität. Wolfe hält es für möglich, dass 2026 das erste Jahr mit einem Margenrückgang gegenüber dem Vorjahr wird, seit Otis ein eigenständiges Unternehmen ist. Das ist keine Kleinigkeit.
China zieht nicht, Service allein trägt nicht
Im Neuanlagengeschäft, besonders in China, läuft es miserabel. Elf aufeinanderfolgende Quartale mit rückläufigen Bestellungen bis Ende 2025, und die Trends bleiben tief im negativen Bereich. Das Servicegeschäft macht zwar rund 65 Prozent der Umsätze aus und gibt dem Ganzen eine gewisse Stabilität. Doch auch hier sinken die Kundenbindungsraten, und die Ausführung hakt.
Die zweite Jahreshälfte soll es richten – mal wieder
Besonders skeptisch ist Wolfe beim Blick auf die Gewinnverteilung. Die aktualisierte Guidance impliziert, dass etwa 56 Prozent der Jahresgewinne 2026 im zweiten Halbjahr anfallen sollen. Historisch lag dieser Wert bei 50 Prozent. Das ist aktuell kein Zeichen von Stärke, sondern von Hoffnung. Und Hoffnung, so Coe, reicht dem Markt derzeit nicht.
Otis Worldwide Corporation Aktie Chart
Günstig, ja. Aber warum sollte das reichen?
Die Aktie handelt mit einem Abschlag gegenüber Wettbewerbern wie Kone und Schindler, die Forward-KGVs liegen im hohen Zehnerbereich. Wolfe sieht eine Bewertungsspanne von 72 bis 110 Dollar, je nach Ausführung und Makroumfeld. Doch der Abschlag sei gerechtfertigt, nicht ein Kaufargument. Solange kein klarer Weg zur Gewinnerholung sichtbar ist, werde der Markt die Aktie nicht belohnen. Billig und günstig sind an der Börse halt zwei ganz verschiedene paar Schuhe.
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