Die Aktie von Ørsted beendete den Freitag mit einem Minus von 2,04 Prozent bei 21,12 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 3,78 Prozent. Kein Grund zur Panik: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 23,73 Prozent. Und der dänische Windkraftkonzern hat einen dicken Brocken in der Pipeline.
Ørsted plant offenbar den Verkauf seines US-Onshore-Portfolios. Dazu zählen Wind-, Solar- und Batteriespeicher-Projekte. Der Erlös könnte die Milliardenschwelle überschreiten: über eine Milliarde Dollar, umgerechnet rund 859 Millionen Euro. Das Management hat bereits Berater eingeschaltet, um den Deal zu prüfen.
Fokus auf Offshore-Wind
Der Schritt passt zur neuen Strategie. Ørsted will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren: Offshore-Wind in Europa. Erst im Februar verkaufte der Konzern EU-Onshore-Anlagen für 1,44 Milliarden Euro. Jetzt folgt der Amerika-Abgang. Ziel ist eine schlankere Bilanz und mehr Kapital für Großprojekte wie die 1,5-GW-Anlage Baltica 2 vor Polens Küste.
Londoner Roadshow im Juni
In der kommenden Woche trifft sich Ørsted mit Investoren in London. Analysten und institutionelle Anleger wollen Details zur Quartalsbilanz und zum Bau-Portfolio hören. Der Konzern meldete für das erste Quartal 2026 ein EBITDA von 9,5 Milliarden Dänischen Kronen – ohne neue Partnerschaften. Der Jahresausblick bleibt bei über 28 Milliarden DKK. Offen ist, wie der US-Verkauf die geplanten Investitionen von 50 bis 55 Milliarden DKK beeinflusst.
Zinsumfeld bleibt angespannt
Kapitalintensive Branchen wie Offshore-Wind reagieren empfindlich auf Zinsen. Die Europäische Zentralbank tagt diese Woche. Die Inflation im Euroraum stieg im Mai auf 3,2 Prozent. Das dämpft die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen. Ørsted hat zwar seine Nettoschulden im Jahresvergleich um 69 Prozent auf gut 21 Milliarden DKK gedrückt. Doch höhere Finanzierungskosten belasten die Bewertung langlaufender Projekte.
Technisch zwischen den Linien
Die Aktie notiert unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 21,67 Euro. Der 200-Tage-Schnitt bei 19,31 Euro liegt dagegen 9,4 Prozent tiefer – eine mögliche Unterstützung. Der RSI von 41,6 deutet auf eine Annäherung an den neutralen Bereich hin. Die Q2-Zahlen erscheinen im August. Bis dahin bleibt der Milliardendeal der spannendste Kurstreiber.
Orsted-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Orsted-Analyse vom 07. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Orsted-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Orsted-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
