Ein Vater bürgt mit Milliarden für den Filmtraum seines Sohnes. Diese private Wette drückt jetzt auf die Aktie eines der größten Softwarekonzerne der Welt. Oracle-Papiere notieren am Dienstag bei 106,04 Euro, ein Plus von 0,49 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 36,20 Prozent zu Buche.
Ellisons private Bürgschaft belastet die Aktie
Der Druck auf Oracle kommt nicht aus der eigenen Bilanz. Firmengründer Larry Ellison hat sich persönlich verpflichtet, 40,4 Milliarden Dollar der Finanzierung für Paramount Skydance zu garantieren. Das Geld soll das rund 110 Milliarden Dollar schwere Angebot für Warner Bros. Discovery absichern.
Damit unterstützt Ellison die Medienambitionen seines Sohnes David mit einer außergewöhnlichen Summe. Genau dieser Deal steckt nun in ernsten juristischen Schwierigkeiten. Eine Koalition aus 12 Generalstaatsanwälten von US-Bundesstaaten hat Klage eingereicht, um die Fusion zu stoppen.
Ihr Argument: Zwei der fünf größten Hollywood-Studios würden verschmelzen und den Wettbewerb bei Kinoverleih und Kabel-Lizenzen abwürgen. Die Folge wären höhere Preise und weniger Filme für Verbraucher. Der Fall gilt als bislang schärfste Herausforderung für eine der größten Medienfusionen der Geschichte.
Bemerkenswert dabei: Oracle selbst sicherte sich zuletzt einen Pentagon-Auftrag über 7 Milliarden Dollar. Der Kurs profitierte davon kaum. Die Sorge der Anleger richtet sich nicht auf das operative Geschäft, sondern auf Ellisons persönliches Klumpenrisiko.
Ellisons Vermögen schmilzt parallel zur Aktie
Die Bürgschaft für Warner Bros. Discovery trifft Ellison in einer ohnehin schwierigen Phase. Sein Vermögen hängt stark am eigenen Oracle-Aktienpaket. Im September 2025 erreichte es mit rund 388 Milliarden Dollar seinen Höhepunkt, Ellison lag damit hinter Elon Musk auf Platz zwei der Reichsten weltweit.
Bis Mitte Juli war daraus ein Vermögen von etwa 175 Milliarden Dollar geworden. Ein Rückgang von rund 213 Milliarden Dollar in weniger als zehn Monaten. Genau in dieser Zeit baute Ellison seine Garantie für den Deal seines Sohnes auf.
Analysten beschreiben das Risiko als ungewöhnlich verflochten. Ein Vermögen, eine Aktie und eine Mega-Fusion hängen eng zusammen. Gerät eines der drei Elemente ins Wanken, spürt man das bei den anderen sofort.
Manche Marktbeobachter raten trotzdem dazu, die Familiengeschichte auszublenden. Die eigentliche Frage laute: Kann Oracles aggressiver Ausbau von KI-Rechenzentren die Rendite liefern, welche die frühere Bewertung unterstellte?
Charttechnik zeigt Erschöpfung
Der Kursverlauf spiegelt diese Unsicherheit wider. Oracle notiert nur noch 5,24 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 100,76 Euro, das erst diese Woche markiert wurde. Die Aktie bewegt sich damit nah an einer Marke, die zuletzt vor einem Jahr unterschritten wurde.
Ausblick: Der Rechtsstreit entscheidet
Die kurzfristige Richtung der Aktie hängt jetzt maßgeblich von Faktoren ab, die außerhalb von Oracles Kontrolle liegen. Solange das Kartellverfahren gegen die Paramount-Warner-Fusion läuft, bleibt Ellisons persönliches Engagement ein Belastungsfaktor für die Aktie. Hinzu kommen die bereits bestehenden Sorgen um Oracles eigene Ausgaben für KI-Infrastruktur und die Schuldenlast des Konzerns.
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