Oracle-Aktie: Planungssicherheit gegeben?

Goldman Sachs stuft Oracle auf Kaufen hoch, während RBC das Kursziel senkt. Die massiven Investitionen in KI-Rechenzentren treiben die Verschuldung und belasten die Margen.

Auf einen Blick:
  • Goldman Sachs erhöht Kursziel auf 240 US-Dollar
  • RBC senkt Bewertung auf 195 US-Dollar
  • Schulden steigen durch Rechenzentrums-Ausbau
  • Aktie notiert 40 Prozent unter Rekordhoch

Oracle steht heute im Mittelpunkt einer kontroversen Analystendebatte. Gleich mehrere große Häuser haben ihre Einschätzungen angepasst – mit deutlich unterschiedlicher Stoßrichtung. Im Kern geht es um die Frage, ob sich die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur auszahlen und wie belastbar die Bilanz bleibt.

Wichtige Eckpunkte:

  • Goldman Sachs stuft auf „Buy“ hoch, Kursziel 240 US-Dollar
  • RBC senkt das Kursziel deutlich, UBS und Barclays bleiben positiver
  • Großprojekte in Michigan und Abilene treiben Schulden und Capex
  • Aktie rund 40 % unter Allzeithoch, Bewertung deutlich gefallen

Goldman deutlich optimistischer

Goldman Sachs hat die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel auf 240 US-Dollar gesetzt. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau um 195 US-Dollar entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von rund 23 %.

Die Analysten um Gabriela Borges sehen Oracle beim Thema KI-Compute klar im Vorteil. Laut ihrer Prognose könnte der Anteil an neuen Cloud-Umsätzen von heute unter 10 % auf etwa 25 % innerhalb von drei Jahren steigen. Ein wesentlicher Punkt der positiven Einschätzung: Goldman geht davon aus, dass sich Oracle dem Höhepunkt der Verschuldung nähert.

Oracle Corporation Aktie Chart

Demnach soll der konzernweite Schuldenstand auch nach Abschluss des großangelegten Rechenzentrums-Ausbaus – einschließlich des neuen 1,4-Gigawatt-Standorts in Saline Township (Michigan) – unter 80 Milliarden US-Dollar bleiben. Damit würden die bislang geäußerten Sorgen vor einer Liquiditätsengpass-Situation deutlich an Schärfe verlieren.

RBC Capital Markets schlägt hingegen einen vorsichtigeren Ton an. Das Haus hat sein Kursziel von 250 auf 195 US-Dollar reduziert. Begründet wird dies mit wachsender Ungeduld vieler Anleger hinsichtlich der erwarteten Umsatzwende im Jahr 2026 sowie mit Risiken der aggressiven, schuldenfinanzierten Investitionsstrategie.

UBS hat das Kursziel auf 280 US-Dollar zurückgenommen und verweist auf die erhöhte Volatilität seit Beginn der Kurskorrektur Mitte September 2025. Barclays bleibt dagegen klar positiv: Die Analysten bestätigen ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 310 US-Dollar und sehen das aktuelle Bewertungsniveau als Chance für langfristig orientierte Investoren.

Infrastrukturprojekte treiben Schulden und Wachstum

Auf operativer Ebene nimmt die Infrastruktur-Offensive weiter Form an. In Michigan haben die Behörden den Plan von DTE Energy genehmigt, einen groß angelegten Rechenzentrums-Komplex für Oracle und OpenAI mit Strom zu versorgen. Die Anlage soll eine zentrale Rolle für die KI-Kapazitäten von Oracle spielen und bildet damit einen der Haupttreiber für das von Goldman erwartete Umsatztempo im Cloud-Geschäft.

In den Kennzahlen rückt insbesondere die Entwicklung der Remaining Performance Obligations (RPO) in den Fokus. Jüngste Daten zeigen hier einen kräftigen Anstieg auf über 523 Milliarden US-Dollar, vor allem getrieben durch KI-Infrastrukturverträge. Diese langfristig gebuchten Leistungsversprechen unterstreichen die Nachfrage, belasten aber kurzfristig den freien Cashflow, da der Aufbau der Rechenzentren die Margen drückt.

Nach harter Korrektur auf der Suche nach Stabilität

Die Aktie versucht nach einer ausgeprägten Korrekturphase einen Boden auszubilden. Vom Rekordstand um 345 US-Dollar im September 2025 ist das Papier inzwischen rund 40 % entfernt. Auslöser des Rückgangs waren vor allem Zweifel im Sektor an der Profitabilität hoher KI-Investitionen sowie der Anstieg der Verschuldung.

Das aktuelle Kursniveau um 195 US-Dollar gilt als wichtige technische und psychologische Zone. Parallel dazu hat sich die Bewertung spürbar normalisiert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist von früheren Aufschlagsniveaus auf etwa 27 zurückgegangen. Einige Marktbeobachter, darunter Jefferies mit einem unveränderten Kursziel von 400 US-Dollar, sehen darin bereits eine deutliche Einpreisung des künftigen Hyperwachstums der Cloud-Sparte.

Ausblick auf die nächsten Monate

Für die kommenden Monate rücken die operativen Meilensteine der Projekte in Abilene und Michigan in den Vordergrund. Unter den positiven Stimmen besteht weitgehende Einigkeit, dass die Bruttomargen innerhalb der nächsten zwölf Monate ihren Tiefpunkt erreichen und anschließend anziehen könnten, sobald die neuen Kapazitäten produktiv genutzt werden.

Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Unterstützungszone zwischen 190 und 195 US-Dollar und die nächsten Quartalszahlen. Entscheidend wird sein, ob Oracle bei der nächsten Ergebnisvorlage zeigen kann, dass die hohen Investitionen in Rechenzentren mit einer klaren Verbesserung von Effizienz, Profitabilität und Cashflow einhergehen – davon dürfte maßgeblich abhängen, wie sich die Aktie im ersten Halbjahr 2026 entwickelt.

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