Die Aktie von Oracle konnte sich am Freitag zwar erholen und um 4,7 Prozent auf 142,82 US-Dollar zulegen. Dort angekommen blieb es aber noch bei einem Wochenverlust von mehr als 13 Prozent. Darin spiegeln sich zunehmende Sorgen wider, dass die KI-Revolution das Geschäftsmodell von klassischen Software-Unternehmen untergraben könnte.
Bereits vor einigen Tagen löste Anthropic mit Claude Cowork ein regelrechtes Beben in der Branche aus. Am Donnerstag setzte nun OpenAI nach. Auch der ChatGPT-Entwickler umgarnt verstärkt Unternehmenskunden und will jenen KI-Agenten an die Hand geben, welche direkt in bestehende Cloud-Infrastrukturen integriert werden können.
Oracle auf dem absteigenden Ast?
Versprochen wird eine Zukunft, in der die KI die meiste Arbeit erledigt und der Mensch nur noch eine kontrollierende Funktion einnimmt. In einem solchen Szenario könnten die (kostspieligen) Komplettlösungen von Oracle und Konsorten weitgehend obsolet werden. Ausreichen würde wohl ein Grundgerüst. Unternehmen könnten enorme Kosten einsparen, was Oracle die Bilanz wiederum beherzt verhageln könnte.
Oracle Aktie Chart
Noch handelt es sich bei solchen Überlegungen vor allem um Zukunftsmusik. Dass Anthropic und OpenAI das Blaue vom Himmel versprechen, sollte nicht weiter verwundern. Schließlich kämpfen die KI-Anbieter selbst schwer damit, aus ihren Konzepten ein tatsächlich wirtschaftliches Unterfangen werden zu lassen. Doch die Anteilseigner von Oracle können die Sorge über eine Zukunft, in der es schrittweise abwärts gehen könnte, nicht abschütteln.
Auf dünnem Eis
Oracle selbst will vom KI-Boom profitieren und investiert dafür schwindelerregende Summen in den Ausbau von Infrastruktur. Das kann die Anleger momentan aber ebenfalls nicht beruhigen. Im Gegenteil: der rasante Anstieg des Schuldenstands bringt nochmal ganz andere Sorgen und Nöte mit sich. Was derweil fehlt, ist eine Aussicht darauf, wie Oracle im Speziellen im KI-Zeitalter (deutlich) höhere Umsätze einfahren können wird.
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