Rekordwachstum im Cloud-Geschäft, und trotzdem fiel die Aktie vorbörslich um mehr als sieben Prozent. Das ist die Geschichte von Oracles jüngstem Quartalsbericht — und sie dreht sich weniger um das, was war, als um das, was kommen soll.
Starke Zahlen, unbequeme Pläne
Im vierten Quartal wuchs der Cloud-Infrastrukturumsatz auf 5,8 Milliarden Dollar — ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Oracle positioniert sich konsequent als Rechenzentrumsanbieter für KI-Kunden wie OpenAI. So weit, so beeindruckend.
Das Problem liegt im Ausblick. Oracle kündigte Investitionsausgaben von bis zu 95 Milliarden Dollar für das Geschäftsjahr 2027 an — der Markt hatte rund 68 Milliarden Dollar erwartet. Hinzu kommt eine geplante Kapitalaufnahme von 40 Milliarden Dollar durch Schulden und Eigenkapital. Diese Kombination überschattete alle positiven Quartalssignale.
KI-Wette mit hohem Einsatz
Die Marktreaktion zeigt ein grundsätzliches Unbehagen: Die Frage ist nicht mehr, ob Oracle im KI-Infrastrukturmarkt mitspielt, sondern ob sich die enormen Investitionen irgendwann in ausreichende Renditen verwandeln.
Dieser Zweifel trifft Oracle zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Techaktien standen diese Woche bereits breiter unter Druck — getrieben von Sorgen um steigende Zinsen nach unerwartet hohen US-Inflationsdaten sowie Unsicherheiten rund um den milliardenschweren SpaceX-Börsengang. Obendrein kursieren Berichte, dass OpenAI seine KI-Preise deutlich senken will, was Fragen über die Zahlungsbereitschaft großer KI-Kunden aufwirft.
Oracle liefert also Rekorde — und trotzdem wächst die Skepsis, ob der Konzern seinen Investitionspfad aus eigener Kraft tragen kann. Wie der Kapitalmarkt auf die angekündigte Finanzierungsrunde reagiert, dürfte den nächsten Kursimpuls bestimmen.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 11. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
