Der prominente Investor Michael Burry hat seine Wetten gegen den Softwarekonzern Oracle massiv ausgeweitet. Wie Medienberichten am heutigen Freitag zu entnehmen ist, baute der durch den Film „The Big Short“ bekannt gewordene Finanzmanager seine Short-Positionen bei einem Kursniveau von 152 US-Dollar weiter aus. Diese Nachricht setzt das Papier unter Druck: Im heutigen Handel verliert der Wert 3,8 % und notiert bei 130,42 €.
Warnung vor Überkapazitäten im KI-Sektor
Burry begründet seinen pessimistischen Ausblick mit der Erwartung eines massiven Überangebots an KI-Rechenkapazitäten bis zum Jahr 2028. Bereits am 7. August hatte er erste Short-Positionen bei einem Kurs von 144,63 US-Dollar gemeldet und dabei auf wachsende Risiken durch die hohe Verschuldung und außerbilanzielle Verpflichtungen hingewiesen. Diese Skepsis trifft auf einen Markt, der die hohen Investitionen der Tech-Giganten zunehmend kritisch hinterfragt.
Oracle hatte für das Geschäftsjahr 2026 Investitionsausgaben in Höhe von 55,7 Milliarden US-Dollar gemeldet, was einer Steigerung von 162 % entspricht. Die Analysten von UBS reagierten bereits am 7. August auf diese Entwicklung und senkten ihr Kursziel von 285 auf 245 US-Dollar.
Zwar behielten sie ihre Einstufung auf „Buy“ bei, verwiesen jedoch ausdrücklich auf die Risiken im Zusammenhang mit den steigenden Ausgaben für die KI-Infrastruktur und die künftigen Renditen auf das eingesetzte Kapital.
Strategische Allianzen gegen den Abwärtstrend
Trotz der aktuellen Kursverluste und der prominenten Leerverkäufe kann Oracle auf operativer Ebene wichtige Fortschritte vorweisen. Am Dienstag verkündete das Unternehmen eine erweiterte strategische Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS).
Die „Oracle AI Database@AWS“ soll demnach in 22 AWS-Regionen verfügbar gemacht werden. Parallel dazu wurde eine mehrjährige Partnerschaft mit Quantinuum bekannt gegeben, um deren Helios-Quantencomputer in die Cloud-Infrastruktur von Oracle zu integrieren.
Zusätzlich sicherte sich der Konzern Anfang August einen milliardenschweren Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. Der Pentagon-Vertrag für Unternehmenssoftware hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen potenziellen Gesamtwert von bis zu 7 Milliarden US-Dollar.
Dennoch spiegelt der Aktienkurs die Skepsis der Investoren wider: Das Papier hat derzeit einen Abstand von -56 % zum 52-Wochen-Hoch, das im September vergangenen Jahres erreicht wurde.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die massiven Investitionen in die Cloud-Infrastruktur, die im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 zu einem Umsatzsprung von 93 % in diesem Segment führten, die pessimistischen Prognosen von Skeptikern wie Michael Burry entkräften können.
Mit einem Auftragsbestand (Remaining Performance Obligations) von 638 Milliarden US-Dollar verfügt das Unternehmen zumindest über ein dickes Polster an zugesagten künftigen Umsätzen.
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