In einem ungewöhnlich scharfen Blogbeitrag wendete sich Ken Glueck, Executive Vice President bei Oracle, kürzlich direkt an den US-Kongress. Seine Kernbotschaft: Ein geplantes Gesetz namens Remote Access Security Act bedrohe die globale Führungsrolle der USA im KI-Bereich – und spiele damit unwissentlich China in die Hände.
Oracle-Aktie: Was der Remote Access Security Act vorsieht – und warum Oracle ihn ablehnt
Der Remote Access Security Act (RASA) ist ein im US-Senat diskutierter Gesetzentwurf, der US-amerikanischen Cloud-Anbietern den Betrieb von Rechenzentren und die Erbringung von Cloud-Diensten für bestimmte ausländische Kunden untersagen würde – insbesondere solche mit Bezug zu China.
Glueck kritisiert, das Gesetz sei so weit gefasst, dass es praktisch alle Cloud-Dienste erfasse, unabhängig davon wie harmlos die jeweilige Anwendung sei. Es verbiete Geschäfte mit chinesischen Unternehmen pauschal – selbst wenn diese in Singapur oder den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässig sind – und reiche sogar in Partnerländer wie Großbritannien und Deutschland hinein. Besonders absurd sei, so Glueck, dass das Gesetz auch jeden Kunden treffe, der lediglich einen einzigen chinesischen Staatsbürger beschäftige.
Nach Oracles Einschätzung würde RASA US-Unternehmen effektiv von 30 bis 45 Prozent des globalen Marktes ausschließen.
Oracle-Aktie: Marktanteile entscheiden – nicht Exportverbote
Glueck zieht eine historische Parallele zum Telekommunikationsmarkt: So wie Huawei durch aggressive Expansion zur weltweit dominanten Kraft im Aufbau von Mobilfunknetzen wurde, während US-Anbieter zögerten, drohe nun dasselbe im KI-Bereich.
KI sei keine knappe Ressource, die sich durch Ausfuhrverbote schützen lasse – die Grundtechnologien seien längst weltweit verfügbar. Was über den Ausgang des globalen KI-Wettbewerbs entscheide, sei allein die Frage, wessen Infrastruktur, Chips, Rechenzentren und Plattformen zuerst globale Verbreitung erlangten, betonte der Oracle-Manager.
Wer die Welt mit seiner Infrastruktur versorge, so Glueck, werde langfristig auch deren technische Standards, Ökosysteme und Governance prägen – ähnlich wie die USA nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Etablierung des Dollars als Weltreservewährung dauerhafte wirtschaftliche Macht gesichert hätten.
Zur Einordnung: Der Konzern gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Cloud-Infrastruktur und hat zuletzt massiv in den Ausbau seiner Rechenzentrumskapazitäten investiert. Jede politisch bedingte Einschränkung des globalen Marktzugangs würde dieses Wachstumspotenzial direkt beschneiden.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 12. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
