Die Oracle-Aktie muss am Mittwoch einen heftigen Kursrückschlag von über fünf Prozent verkraften. Was drückt so stark auf den Kurs des Cloud-Datenbankkonzerns?
Eine gefährliche Sammelklage
Es könnte ungemütlich für Oracle werden. Der US-Technologiekonzern sieht sich nämlich mit einer Sammelklage von Anleihegläubigern in den USA konfrontiert.
Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters verklagen Investoren, die im vergangenen September Anleihen im Wert von 18 Milliarden US-Dollar von Oracle Financial Software erworben haben, den Konzern. Sie werfen Oracle vor, nicht ausreichend offengelegt zu haben, welch erheblicher Finanzierungsbedarf für den Ausbau der KI-Rechenzentreninfrastruktur erforderlich sein würde.
Das Argument der Kläger lautet, dass sie über die von ihnen gezeichnete Anleihe Verluste erlitten haben, da die Schulden von Oracle in den darauffolgenden Monaten explodiert sind. Neben dem Oracle-Konzern selbst wurden auch Unternehmensgründer Larry Ellison sowie mehrere an der Anleiheemission beteiligte Banken verklagt.
Wirtschaftliche Unklarheit und juristische Unsicherheit
Zur wirtschaftlichen Unklarheit, ob Oracle überhaupt in der Lage sein wird, langfristig die enorme Verschuldung stemmen zu können, gesellt sich nun auch noch juristische Unsicherheit. Für den Technologiekonzern ist das eine sehr gefährliche Entwicklung, denn US-Gerichte legen bekanntermaßen sehr hohe Maßstände in Bezug auf die Transparenz von Großkonzernen an.
Sollte das Gericht in New York City zum Schluss kommen, dass Oracle zum Zeitpunkt der Anleiheemission bereits bekannte Finanzierungsabsichten nicht preisgegeben habe, könnte das zu einer gewaltigen Schadenersatzzahlung führen. US-Gerichte sind nicht zimperlich, wenn es um die Entschädigung von geschädigten Kapitalmarktteilnehmern geht. Aufgrund dieser Gefahr drängt sich die Oracle-Aktie derzeit nicht zum Kauf auf.
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