Larry Ellison verlor in einem Monat 24 Milliarden Dollar Vermögen. Der Grund sitzt tief in seinem eigenen Depot: Oracle. Der Mitgründer und Großaktionär des Softwarekonzerns hält rund 41 Prozent an dem Unternehmen — und genau das macht sein Vermögen zur Wette auf den Aktienkurs.
Vom Höhenflug zum Achtplatzierten
Im September 2025 war Ellison für einen einzigen Tag der reichste Mensch der Welt. Ein Kurssprung bei Oracle katapultierte sein Vermögen damals über das von Elon Musk. Der Rekord hielt keine 24 Stunden.
Seitdem ging es überwiegend abwärts. Laut Forbes fiel Ellisons Vermögen zuletzt auf geschätzte 168 Milliarden Dollar. Damit rutschte er auf Platz acht der Milliardärsliste und tauschte den Platz mit Nvidia-Chef Jensen Huang, dessen Vermögen um eine Milliarde Dollar auf rund 174 Milliarden Dollar stieg. An der Spitze steht weiterhin Elon Musk mit geschätzten 690 Milliarden Dollar, gefolgt von Google-Mitgründer Larry Page und Amazon-Gründer Jeff Bezos im Bereich zwischen 270 und 290 Milliarden Dollar.
Was hinter dem Kursverfall steckt
Oracle-Aktien haben seit ihrem Rekordhoch im September 2025 fast 41 Prozent verloren. Anleger wetten zunehmend gegen den Konzern — Teil einer breiteren Skepsis gegenüber den hohen Investitionen der Tech-Branche in KI-Infrastruktur.
Am Freitag schloss die Aktie bei 112,60 Euro, ein Plus von 1,77 Prozent zum Vortag. Das klingt nach Erholung, täuscht aber über die Gesamtlage hinweg. Der Kurs liegt fast 60 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro aus dem September 2025. Auf Jahressicht steht ein Minus von rund 32 Prozent zu Buche, über zwölf Monate hat sich der Wert nahezu halbiert.
Die Volatilität der letzten 30 Handelstage liegt bei über 53 Prozent annualisiert — ein Zeichen dafür, wie nervös der Markt auf jede Nachricht rund um Oracles KI-Strategie und Schuldenlast reagiert. Der RSI von 43,2 deutet weder auf eine überkaufte noch überverkaufte Situation hin. Die Aktie bewegt sich in einer Grauzone, in der neue Impulse fehlen.
Diversifikation ohne Schutzwirkung
Ellisons Vermögen hängt nicht ausschließlich an Oracle. Er hält Anteile an Tesla, besitzt ein Segelteam, ist am Tennisturnier von Indian Wells beteiligt und gehört zu den Großgrundbesitzern auf der Hawaii-Insel Lanai. Hinzu kommt eine knapp 50-prozentige Beteiligung an Paramount Skydance, entstanden aus der milliardenschweren Fusion von Paramount und der Skydance-Studios seines Sohnes David im August 2025.
Diese Streuung hat den Vermögensverlust in diesem Jahr kaum abgefedert. Oracle macht schlicht zu viel von Ellisons Portfolio aus, als dass andere Beteiligungen den Ausschlag geben könnten.
Die Rangliste der Milliardäre liefert damit einen ungewöhnlich direkten Gradmesser dafür, wie der Markt Oracles aggressive Investitionen in den Ausbau der Cloud-Infrastruktur bewertet. Solange der Konzern an diesem kapitalintensiven Kurs festhält, bleibt auch Ellisons Vermögen an die Kursschwankungen seiner eigenen Aktie gekettet.
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