Oracle meldet Rekordzahlen und einen gigantischen Auftragsbestand. Die Aktie stürzte in den vergangenen sieben Tagen dennoch um gut 14 Prozent ab. Realität und Stimmung klaffen bei dem Softwarekonzern aktuell weit auseinander. Der Grund liegt in den immensen Kosten für den KI-Ausbau.
Gigantischer Auftragsbestand
Das dominierende Thema ist der verbleibende Auftragsbestand. Dieser explodierte im vierten Quartal auf 638 Milliarden US-Dollar. Binnen eines Jahres wuchs das Polster damit um beeindruckende 500 Milliarden Dollar.
Haupttreiber sind große KI-Verträge. Kunden bezahlen Oracle für Grafikprozessoren im Voraus oder stellen eigene Chips bereit. Dieser Anteil beläuft sich mittlerweile auf 75 Milliarden Dollar. Das entlastet den Konzern beim teuren Bau neuer Rechenzentren.
Milliardenkosten schrecken ab
Genau diese Infrastruktur verschlingt Unsummen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 investierte Oracle 55,7 Milliarden Dollar in Sachanlagen. Der freie Cashflow rutschte dadurch tief ins Minus. Die Folge: Oracle braucht frisches Geld.
Für das Geschäftsjahr 2027 plant das Management eine Finanzierung von rund 40 Milliarden Dollar. Das Paket besteht aus neuen Schulden und Aktienverkäufen. Anleger reagieren nervös auf diese Summen. Sie zweifeln, ob die KI-Nachfrage dieses Ausgabetempo rechtfertigt.
Cloud-Wachstum und Dividende
Operativ läuft das Cloud-Geschäft auf Hochtouren. Die Infrastruktur-Erlöse schossen im vierten Quartal um 93 Prozent nach oben. Die Cloud-Anwendungen wuchsen moderater um zehn Prozent. Insgesamt stieg der Quartalsumsatz auf 19,2 Milliarden Dollar.
Aktionäre erhalten Ende Juli eine Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie. An der Börse notiert das Papier nach dem jüngsten Rutsch bei 159,18 Euro.
Damit liegt der Kurs knapp zehn Prozent unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Die Aktie pendelt sich aktuell nahe ihres 50-Tage-Durchschnitts ein.
Für das erste Quartal 2027 peilt Oracle ein Umsatzwachstum von bis zu 29 Prozent an. Der Fokus verschiebt sich nun auf die Abarbeitung der Aufträge. Wandelt der Konzern den riesigen Bestand planmäßig in Umsatz um, bleibt die langfristige Wachstumsstory intakt.
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