Oracle rollt eine weitere Entlassungsrunde aus, bei der einzelne Teams zweistellige prozentuale Kürzungen verkraften müssen. Das berichtete am Montag investing.com und stellt einen direkten Zusammenhang zu den zuvor angekündigten steigenden Umbaukosten des Konzerns her. Die neue Sparrunde zeigt: Der Softwarekonzern zieht die Kostenschraube weiter an, während der Aktienkurs unter Druck bleibt.
Sparkurs nach steigenden Restrukturierungskosten
Die aktuelle Kürzungswelle folgt auf Oracles eigene Ankündigung, dass die Restrukturierungskosten im Zuge eines Umbauplans um rund 700 Millionen US-Dollar steigen würden. Dass nun konkrete Teams von teils zweistelligen Personalkürzungen betroffen sind, zeigt, wie ernst der Konzern seine Kostendisziplin auch nach den zuletzt soliden Quartalszahlen nimmt.
Für Anleger ist das ein zwiespältiges Signal: Einerseits demonstriert Oracle Entschlossenheit beim Sparen, andererseits nährt die Nachricht Zweifel daran, wie schnell sich die Investitionen in das Cloud- und KI-Geschäft tatsächlich auszahlen.
An der Börse zeigt sich die Skepsis deutlich. Die Aktie notiert aktuell bei 122,30 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen 12 Prozent verloren. Das Papier bewegt sich damit exakt auf Höhe seines 50-Tage-Durchschnitts, ein Zeichen dafür, dass der jüngste Kursrutsch bereits einen erheblichen Teil der kurzfristigen Erholungstendenz aufgezehrt hat.
Analysten kappen Kursziele
Mehrere Häuser haben ihre Kursziele für Oracle nach den jüngsten Entwicklungen nach unten korrigiert. RBC senkte sein Ziel am Freitag von 190 auf 165 US-Dollar. BMO Capital Markets reduzierte seine Zielmarke am selben Tag von 220 auf 195 US-Dollar.
Auch Scotiabank kappte sein Kursziel bereits am Donnerstag von 241 auf 215 US-Dollar, hielt jedoch an seiner positiven Einstufung „Sector Outperform“ fest. Freedom Broker folgte am Montag mit einer moderaten Reduzierung von 210 auf 205 US-Dollar bei weiterhin bestehender Kaufempfehlung.
Die Reihe der Kürzungen zeichnet ein klares Bild: Trotz operativer Fortschritte trauen die Analysten Oracle kurzfristig keine schnelle Trendwende zu. Die Bandbreite der reduzierten Kursziele bleibt aber insgesamt deutlich über dem aktuellen Kursniveau, was auf grundsätzliches Vertrauen in die langfristige Geschäftsentwicklung hindeutet.
Ellison bleibt an Bord
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Nachricht, dass Executive Chairman und CTO Larry Ellison einen im Juni aufgesetzten Verkaufsplan storniert hat, der ihm den Verkauf von bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien bis zum 24. Oktober erlaubt hätte.
Oracle bestätigte, dass im Rahmen dieses Plans keine einzige Aktie verkauft wurde und Ellison derzeit keine weiteren Verkaufspläne verfolgt. Das Signal wirkt wie ein Vertrauensbeweis in die eigene Aktie, konnte den anhaltenden Kursdruck jedoch nicht stoppen.
Die Kombination aus neuen Stellenstreichungen, sinkenden Kurszielen und einem stark schwankenden Kurs – die 30-Tage-Volatilität liegt bei 47 Prozent – macht deutlich, dass Oracle sich in einer Phase erhöhter Unsicherheit befindet. Anleger müssen abwägen, ob die milliardenschweren Auftragsbestände aus dem Cloud-Geschäft die kurzfristigen Belastungen durch Umbau und Kostendruck aufwiegen können.
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